Berlins Königin Nofretete zieht um

- Eine der Hauptattraktionen der Berliner Museen, die Kalksteinbüste Nofretetes, geht auf Wanderschaft. "Die schöne Berlinerin" verliert ihr Quartier im Stülerbau gegenüber dem Schloss Charlottenburg, da das Ägyptische Museum und die Papyrussammlung am 2. März 2005 geschlossen werden, um auf die Museumsinsel umzuziehen.

Zunächst wird Nofretete ("Die Schöne ist gekommen") ab 2.3. im Kulturforum am Potsdamer Platz im Mittelpunkt der Ausstellung "Hieroglyphen um Nofretete" stehen. Am 4. August wird das Ägyptische Museum mit seiner Königin seine ständige Ausstellung im Alten Museum eröffnen. Auf 1300 Quadratmetern zeigen das Ägyptische Museum und die Papyrussammlung den Gesamtbestand in völlig neuer Konzeption und Gestaltung. Damit bietet man eine Vorschau auf die endgültige Rückkehr des Ägyptischen Museums an seinen historischen Standort im Neuen Museum, dessen Wiederaufbau in unmittelbarer Nachbarschaft des Pergamonmuseums bis 2008/2009 abgeschlossen sein soll.<BR><BR>Die 50 Zentimeter hohe Büste Nofretetes wurde vom Osmanischen Reich dem Ausgräber James Simon überlassen, der sie in seiner Berliner Privatwohnung aufstellte, ehe er die Büste 1920 dem Vorderasiatischen Museum schenkte. 1933 war die Rückgabe an Ägypten geplant: Der preußische Ministerpräsident Hermann Göring war für die Rückgabe, Hitler wollte davon nichts wissen. Er plante in der künftigen "Welthauptstadt Germania" ein neues Ägyptisches Museum mit der Nofretete allein in einer Kuppelhalle. Im Bombenkrieg wurde die Büste schließlich in ein Thüringer Bergwerk ausgelagert, wo sie von den Amerikanern gefunden wurde. 1956 kam sie nach Berlin, wegen der politischen Spaltung der Stadt nach West-Berlin.

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