News-Ticker zum Barcelona-Terror: Zahl der Todesopfer auf 15 gestiegen

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Beschwingt wie lange nicht mehr

- Gut, dass Samstag war. Am nächsten Morgen konnten die Fans ausschlafen, also war es nicht weiter tragisch, über drei Stunden auf das eine Lied zu warten. Es ist nach 23 Uhr, als Gitarrist Steve Morse endlich jene Akkordfolge anschlägt, die als berühmtester Riff der Rockgeschichte gelten darf und die Menge in der Münchner Olympiahalle in Raserei versetzt.

"Smoke on the Water" ist das Lied, auf das sie oft reduziert werden, das wissen Deep Purple. Dennoch wäre es ungerecht, den Auftritt der Rock-Dinosaurier damit abzutun. Denn die fünf älteren Herren geben sich Mühe, nicht zur eigenen Revival-Band zu verkommen.

Anfangs gibt es ausschließlich aktuelles Material. Und einige der Stücke wie "Wrong Man" erweisen sich tatsächlich als echte Abräumer. Spätestens als der Titelsong des neuen Albums "Rapture of the Deep" erste Euphorie erzeugt, sind jene puristischen Nörgler widerlegt, die nach dem Ausstieg der Gründungsmitglieder Ritchie Blackmore und Jon Lord das baldige Ende von Deep Purple vorhersagten. Im Gegenteil: Die Gruppe wirkt wie befreit. Die endlosen Gitarrensoli von Blackmore und das gravitätische Georgel von Lord hatten das Klangbild derart zementiert, dass keine Entwicklung möglich war.

Nun klingen sie so beschwingt und mitreißend wie lange nicht mehr, auch wenn die Stimme den Sänger Ian Gillan nicht mehr immer dahin trägt, wo er gerne hinmöchte. Aber nach Jahrzehnten des Kreischens ist es ein Wunder, dass er überhaupt noch einen Ton herausbekommt. Am Ende übernimmt bei Klassikern wie "Black Night" oder "Hush" ohnehin das Publikum den Gesang.

Für die gute Stimmung im Saal hatte - das sollte nicht unerwähnt bleiben - zuvor Grusel-Rocker Alice Cooper gesorgt. Mit einer wunderbar selbstironischen Horror-Operette (inklusive eigener Enthauptung und der unsterblichen Hymne "School's out") bricht Cooper gleich zu Beginn die Aura der ritualisierten Legendenhuldigung. Deep Purple profitieren davon und lassen zur Belohnung Cooper bei "Smoke on the Water" an die Gitarre. Ein schöner Abend voll angenehmer Überraschungen.

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