Beschwörung einer Legende

- Schon der Titel klingt wie eine Beschwörungsformel: "Im Namen des Vaters, der Tochter und der heiligen Geister". Und tatsächlich ist Isabella Rossellinis Buch die Heraufbeschwörung einer Welt voller Mythen und Legenden, die für sie Vater und Mutter hießen, für das große Kinopublikum aber Roberto Rossellini und Ingrid Bergman.

Dieses Jahr wäre Roberto Rossellini, der berühmte Filmregisseur und bekennende Römer, hundert Jahre alt geworden. Und das ist auch der Grund, warum seine Tochter nun über ihn schreibt. Keine Biografie im eigentlichen Sinne, eher ein klein gehaltener Erinnerungsband mit Texten und Fotos, darunter bisher unveröffentlichte Aufnahmen aus dem Familienalbum.

Das Herzstück ist Isabella Rossellinis in den zweiten Teil integriertes Drehbuch für einen Kurzfilm, in dem sie unter anderem in die Rolle des eigenen Vaters schlüpft. Verschiedene Szenenfotos dokumentieren nicht nur ihre Wandlungsfähigkeit als Schauspielerin, sondern auch den im Buch immer wieder unternommenen Versuch, ihr Verhältnis zum innig geliebten Vater nachzuerzählen.

Am Schluss kommen die heiligen Geister zu Wort, Freunde und Kollegen Roberto Rossellinis wie Federico Fellini oder Eric Rohmer, deren Äußerungen über den Vater Isabella Rossellini in ihr farbenreiches Mosaik mit aufgenommen hat. Eine schöne Hommage, die zwischen den Zeilen viel erzählt, der Legende aber nichts von ihrem Geheimnis nimmt.

Isabella Rossellini: "Im Namen des Vaters, der Tochter und der heiligen Geister - Erinnerungen an Roberto Rossellini". SchirmerGraf Verlag, München, 144 Seiten; 24,80 Euro.

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