Besonderes Markenzeichen: Die drei "Montserrats" in der Münchner Philharmonie

- "Drei Tenöre", das hatten wir schon einmal, ebenfalls die "Three Sopranos" und zur WM gar "Drei Orchester" im Olympia-Stadion. Als jüngsten Neuzugang dieser populären Dreierkombis galt es nun "The 3 Montserrats" zu erleben, die das Publikum zum ersten Advent in der Münchner Philharmonie empfingen.

"Die" Montserrat, das ist natürlich Montserrat Caballé, und wie schon öfter in den vergangenen Jahren, hatte sie auch diesmal wieder ihre Tochter Montserrat Martí mitgebracht, die sich mit Partien wie Puccinis Mimi langsam aber sicher in das ehemalige Repertoire der Mama vorarbeitete. Caballé selbst konzentrierte sich stattdessen auf Raritäten wie Cherubinis "Demofonte" und zeigte hier, dass sie sich ihr charakteristisches Timbre im Alter ebenso erhalten hat wie die zart gesponnenen Piani, welche schon immer ihr ganz besonderes Markenzeichen waren. Und wenn eben doch mal ein Ton nicht mehr ganz so selbstverständlich kommt wie früher, dann ist da sofort das berühmt berüchtigte, ansteckende Caballé-Lachen, das ihr wohl immer die Sympathien der Fans sichern wird und jede Kritik sofort hinfällig werden lässt. Da verzieh man sogar das zuckrig süße Weihnachts-Medley, das den Bogen von Händels "Halleluja" bis hin zum alpenländischen Jodler schlug.

Dritter im Bunde war hier Albert Montserrat, den man sich wohl vor allem des Namens wegen ins Boot geholt hatte. Denn in den Duetten harmonierte sein kräftiger, aber manchmal doch etwas undifferenziert eingesetzter Tenor nicht immer ganz mit den Stimmen seiner Partnerinnen. Bei den flotten Zarzuela-Kostproben zeigte sich aber auch er in seinem Element, und nach dem gemeinsam mit Martí charmant radebrechenden "Lippen schweigen" konnte man sich auch bei ihm ein leises Schmunzeln nicht verkneifen.

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