Besonderes Markenzeichen: Die drei "Montserrats" in der Münchner Philharmonie

- "Drei Tenöre", das hatten wir schon einmal, ebenfalls die "Three Sopranos" und zur WM gar "Drei Orchester" im Olympia-Stadion. Als jüngsten Neuzugang dieser populären Dreierkombis galt es nun "The 3 Montserrats" zu erleben, die das Publikum zum ersten Advent in der Münchner Philharmonie empfingen.

"Die" Montserrat, das ist natürlich Montserrat Caballé, und wie schon öfter in den vergangenen Jahren, hatte sie auch diesmal wieder ihre Tochter Montserrat Martí mitgebracht, die sich mit Partien wie Puccinis Mimi langsam aber sicher in das ehemalige Repertoire der Mama vorarbeitete. Caballé selbst konzentrierte sich stattdessen auf Raritäten wie Cherubinis "Demofonte" und zeigte hier, dass sie sich ihr charakteristisches Timbre im Alter ebenso erhalten hat wie die zart gesponnenen Piani, welche schon immer ihr ganz besonderes Markenzeichen waren. Und wenn eben doch mal ein Ton nicht mehr ganz so selbstverständlich kommt wie früher, dann ist da sofort das berühmt berüchtigte, ansteckende Caballé-Lachen, das ihr wohl immer die Sympathien der Fans sichern wird und jede Kritik sofort hinfällig werden lässt. Da verzieh man sogar das zuckrig süße Weihnachts-Medley, das den Bogen von Händels "Halleluja" bis hin zum alpenländischen Jodler schlug.

Dritter im Bunde war hier Albert Montserrat, den man sich wohl vor allem des Namens wegen ins Boot geholt hatte. Denn in den Duetten harmonierte sein kräftiger, aber manchmal doch etwas undifferenziert eingesetzter Tenor nicht immer ganz mit den Stimmen seiner Partnerinnen. Bei den flotten Zarzuela-Kostproben zeigte sich aber auch er in seinem Element, und nach dem gemeinsam mit Martí charmant radebrechenden "Lippen schweigen" konnte man sich auch bei ihm ein leises Schmunzeln nicht verkneifen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Maler Karl Otto Götz ist tot
Er galt als Pionier der abstrakten Kunst der Nachkriegszeit: Karl Götz. Der Maler ist im Alter von 103 Jahren gestorben.
Maler Karl Otto Götz ist tot
Zum Tod von Jerry Lewis: Amerikas trauriger Clown
Zeit seines Lebens hat Jerry Lewis die Menschen zum Lachen gebracht. Diese Fähigkeit schien ihm angeboren zu sein. Dabei durchlebt auch der Komiker schwarze Stunden.
Zum Tod von Jerry Lewis: Amerikas trauriger Clown
Albträume im La-Le-Lulu-Land
Die griechische Filmemacherin Athina Rachel Tsangari hat zum ersten Mal am Theater gearbeitet und für die Salzburger Festspiele in Hallein Frank Wedekinds „Lulu“ …
Albträume im La-Le-Lulu-Land
Arena di Verona: Auferstehen aus Ruinen
Die Arena di Verona kämpft mit Affären und Finanznot. Hilfe verspricht man sich von einem Sanierungsplan - und einer Uralt-„Aida“.
Arena di Verona: Auferstehen aus Ruinen

Kommentare