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Asterix ist Kult und hat Fans auf der ganzen Welt. Doch welcher Band ist der beste? Da hat jeder wohl seine eigene Meinung.

Zum neuen Band

Ranking: Das sind die besten sechs Asterix-Bände 

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München - Am Donnerstag erscheint der von den Fans heiß ersehnte neue Asterix-Comic "Der Papyrus des Cäsar". Grund genug für unseren Kolumnisten Jörg Heinrich ein Ranking der besten sechs Asterix-Bände aufzustellen. Hier ist seine Auswahl.

Der Seher (1972):  Hokuspokus und Scharlatanerie – selten wurden sie so genüsslich entlarvt. Der verwahrloste Seher Lügfix taucht im gallischen Dorf auf, und verspricht, aus einem Gammel-Fisch von Verleihnix die Zukunft zu lesen. Die zur Einfältigkeit neigenden Gallier gehen ihm prompt auf den Leim und zerstreiten sich. Die Römer engagieren Lügfix, um Asterix & Co. aus ihrem Dorf zu vertreiben. Ein herrlicher Intrigantenstadl! Legendärer Moment: Der Seher will Idefix meucheln, um aus ihm zu lesen. Obelix entsetzt: „Der Hundeleser!“

Die Trabantenstadt (1971): Gentrifizierung auf Gallisch! Cäsar hat einen durchtriebenen Plan ausgeheckt. Er will in der Nähe des Dorfes eine hochmoderne Trabantenstadt errichten, um die Asterix-Sippschaft durch wirtschaftlichen Druck in die Knie zu zwingen. Doch das antike Immobilienbusiness scheitert, weil Barde Troubadix in die neue Stadt zieht, und die Bewohner in die Flucht singt. Legendärer Moment: Der Verkaufsprospekt für die Wohnungen ist genauso großspurig wie heute, wenn in München edle „Höfe“ für Besserverdienende gebaut werden.

Obelix GmbH & Co. KG (1976): Cäsar auf den Spuren Heinrich Haffenlohers. Er will die Gallier quasi „mit Geld zuscheißen“, um sie in die Dekadenz zu treiben. Unternehmensberater Technokratus zahlt Obelix absurde Preise für dessen Hinkelsteine. Asterix’ dicker Freund verwandelt sich in einen extravaganten Hinkelstein-Tycoon. Die anderen Dörfler wechseln ebenfalls in die Hinkelsteinbranche – bis die Blase platzt. Großartiger lässt sich Kapitalismus nicht erklären. Legendärer Moment: Inflation im gallischen Dorf, „die Preise fliegen über den Markt“.

Asterix bei den Schweizern (1970): Asterix und Obelix machen sich auf in die römische Provinz Helvetien, um das Edelweiß für einen Zaubertrank zu finden. Die antike Schweiz könnte schweizerischer kaum sein: Käse, Uhren, Alphörner, Banksafes. Legendärer Moment: Roms Statthalter Agrippus Virus feiert die schmutzigsten Orgien der Comic-Geschichte, einschließlich Schweinskaldaunen in Auerochsenfett. Mit Honig! Wer beim Käsefondue dreimal sein Brot verliert, dem droht die Höchststrafe: „In den See! In den See mit einem Gewicht an den Füßen!“

Asterix bei den Olympischen Spielen (1968): Überzüchtete Athleten, raffgierige Funktionäre und Doping – das antike Olympia unterscheidet sich kaum von seinem modernen Pendant. Weil sie dank Zaubertrank unbesiegbar sind, entscheiden sich Asterix und Obelix, teilzunehmen. Das Problem: Miraculix’ Wundertrunk gilt als Doping. Nur Asterix darf – ungedopt – teilnehmen, und gewinnt am Ende als einziger sauberer Athlet. Legendärer Moment: Obelix verzweifelt an den Dopingregeln und Topfgesetzen der Griechen. „Die spinnen, die Hellenen!“

Streit um Asterix (1970): Cäsars cleverster Intrigant trägt den schönen Namen Tullius Destructivus. Er ist in der Lage, Menschen so abgefeimt gegeneinander auszuspielen, dass sich in seiner Gegenwart die Sprechblasen giftgrün färben. Der kleine Fiesling entzweit Asterix und Häuptling Majestix. Bald fallen die streitsüchtigen Gallier alle übereinander her – bis Tullius Destructivus am Ende als Verräter in Rom landet. Legendärer Moment: Obelix verabschiedet sich grünblasig salutierend von seinem kleinen „Römerfreund“. „Ave, Asterix!“

Stimmen Sie der Auswahl zu? Fehlt Ihr Lieblingsband? Schreiben Sie uns in der Kommentarfunktion welcher Asterix-Band Ihr Favorit ist. Diskutieren erlaubt.

Hier gibt es übrigens die ausführliche Rezension zum neuen Asterix-Band "Der Papyrus des Cäsar".

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