Familiendrama in Penzberg: Schwiegertochter stellt sich

Familiendrama in Penzberg: Schwiegertochter stellt sich
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Jonas, Hans und Tabea Well in Stein an der Traun - im Bild fehlt Dieter Hildebrandt.

In bester Biermösl-Tradition: Well und Hildebrandt

Stein an der Traun - Wieder vereinigt: Dieter Hildebrandt und Hans Well präsentieren sich an der Schule Schloss Stein in Stein an der Traun. Hier die Kritik: 

400 Karten, seit drei Wochen ausverkauft. Die Turnhalle der Schule Schloss Stein in Stein an der Traun war überfüllt. Hans Well, früher Mitglied der frisch getrennten Biermösl Blosn, und Dieter Hildebrandt standen nach Jahren wieder zusammen auf der Bühne.

Hildebrandt brachte sein Programm „Ich kann doch auch nichts dafür“, Well brachte dafür seinen 15-jährigen Sohn Jonas und seine 18-jährige Tochter Tabea mit. Man entschuldigte sich vorab für etwaige Texthänger – das G8 lasse kaum Zeit zu proben – und startete in gewohnter Biermösl-Tradition. Jonas mit Lederhose und Kontrabass, Tabea mit zerrissener Jeans und Geige, unterstützt von zwei ergrauten Herren.

Die Well-Kinder, die, wie sie selbst sagen, mit Musik und Politik groß geworden sind, wetterten so überzeugend gegen Dobrindt und Müller-Brot wie der Vater. Der 84-jährige Hildebrandt verlangte höchste Konzentration von seinen Zuhörern. Seit einem Jahr bringt erdieses ausgefeilte Programm, das er immer wieder aktualisiert. So war derzeit an Wulff nicht vorbeizukommen, der – so Hildebrandt – nicht zurücktreten könne, weil die Kanzlerin so dicht hinter ihm stehe. Der Doyen des deutschen Kabaretts nahm alle Aufreger ins Visier: Griechenland, Terrorzelle, Altenheime. Nur wenige Worte reichten, um Absurdes zu offenbaren.

Über seine Intention sagte Hildebrandt vor dem Auftritt hinter der Bühne, es sei immer schwieriger herauszufinden, was wirklich los sei. Informationen würden selektiv verteilt, die Sprache würde alles sagen und nichts erhellen. Dagegen könne man nichts tun, aber man könne es bemerken – und misstrauisch bleiben.

Einmal, wie er zugab, habe er sich geirrt: Seine Kritik an Ludwig Erhard würde er gerne zurücknehmen. Dieser habe die Folgen des ungebremsten Wachstums frühzeitig erkannt. Erhard, Schewardnadse, Steffen Seibert – Hildebrand und Well springen durch Räume, Themen und Zeiten.

Weitere gemeinsame Auftritte sind geplant, nur selten aber mit den Kindern Wells, die schulisch eingebunden sind. Als Zugabe an diesem Abend in Stein spielten Hildebrandt und die Wells gemeinsam ein Musikstück. Hildebrandt, der, wie er sagt, jeden bewundert, der ein Instrument beherrscht, übernahm die Triangel. Immerhin fast fast taktsicher.

Nadja Wolf

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