+
"Ohne die Rose tun wir's nicht, 1972" (l) und "Vitex agnus castus, 1973" von Joseph Beuys in der Ausstellung "Ich bin ein Sender".

Neue Ausstellung in der Pinakothek

Zwei D-Mark für eine Beuys-Arbeit

München - Die Idee war, seine Arbeiten für alle erschwinglich zu machen. Darum stieg Joseph Beuys in die Massenproduktion ein. Die Ausstellung "Ich bin ein Sender" würdigt jetzt diese Kunst fürs Volk.

Die Pinakothek der Moderne in München zeigt von diesem Donnerstag an zahlreiche Multiples von Joseph Beuys. Von den 1960er Jahren an bis zu seinem Tod schuf der Künstler mehr als 500 Multiples, also preiswerte und in hoher Auflage produzierte Kunstwerke. Sie sollten auch für den Normalbürger erschwinglich sein und sich so weit verbreiten. „Sie sollten seine künstlerische Idee in die Welt transportieren“, sagte die Kuratorin Maja Wismer am Mittwoch. Passenderweise lautet der Titel der Ausstellung, die bis zum 11. Januar 2015 dauert: „Ich bin ein Sender.“ In den Multiples sah er Antennen, die seine Vision verbreiteten.

Die Ausstellung, die erste Schau der umfassenden Multiples-Bestände der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, zeigt nach Angaben der Kuratoren eine Enzyklopädie von Beuys' Werk. Zu sehen sind unter anderem drei Versionen von Beuys „Filzanzug“ von 1970 in unterschiedlichen Alterungszuständen, die „Rose für direkte Demokratie“ von 1973 und „Das Schweigen“ aus dem gleichen Jahr - fünf Filmspulen von Ingmar Bergmans gleichnamigem Film.

Die Ausstellung zeigt auch ein künstlerisches Konzept, dessen Zeit inzwischen abgelaufen ist. Ab zwei D-Mark habe Beuys seine Auflagen-Werke damals verkauft, sagt der Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, Klaus Schrenk. „Kunst für alle. Das Verständnis von damals ist heute ein ganz anderes“, sagt Wismer. Einige Multiples seien auch heute noch günstig zu bekommen - für um die 1500 Euro.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Unser Soul-Arbeiter
Lee Fields brachte den Club Ampere zum Dampfen
Unser Soul-Arbeiter
„Falco - Das Musical“: Gelungene Premiere in Kempten
Jempten - Falco wäre im Februar 60 Jahre alt geworden. Er starb jung, doch seine Hits wie „Rock Me Amadeus“ und „Jeanny“ begeistern die Menschen noch immer.
„Falco - Das Musical“: Gelungene Premiere in Kempten
Frauensache: Fünf Regisseurinnen ausgezeichnet
München - Ein starkes Signal beim 38. Bayerischen Filmpreis: Im Münchner Prinzregententheater wurden am Freitagabend fünf Regisseurinnen ausgezeichnet.
Frauensache: Fünf Regisseurinnen ausgezeichnet
Der Nussknacker wirbelt durchs Deutsche Theater
München - Fredrik Rydman begeistert mit seiner zeitgenössischen Version „Nutcracker reloaded“ in Münchens Deutschem Theater. Lesen Sie hier unsere Premierenkritik:
Der Nussknacker wirbelt durchs Deutsche Theater

Kommentare