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Die bayerische Kultband Biermösl Blosn mit Christoph Well (l-r), Hans Well und Michael Well bei einem ihrer letzten Auftritte am 17. Januar. Inzwischen hat sich die Band in ihrer bisherigen Form aufgelöst.

Biermösl Blosn: Neustart in den Kammerspielen

München - Nach dem Aus der dreiköpfigen bayerischen Kultband Biermösl Blosn sind am Sonntag gleich sechs Mitglieder der großen Well-Familie mit einem frech-fröhlichen Programm an den Münchner Kammerspielen neu durchgestartet.

In Anlehnung an den Volksmusiktitel “Fein sein, beinander bleibn“ inszenieren sie einen zweistündigen Hausmusikabend. Darin geben sie tiefe Einblicke in das turbulente Leben einer Groß-Familie und sparen auch nicht mit herber Kritik am politischen und gesellschaftlichen Zustand der Republik.

Den Roten Faden spinnen die gemeinsamen Proben für allerlei fiktive internationale Auftritte in USA und China. Dabei wärmen die Geschwister immer wieder alte Streiterei um die Vormachtstellung in der Kindheit auf. Horst Seehofer widmen sie ein Lied, das in derber Form das Buhlen der potenziellen Nachfolger um die Gunst des CSU-Chefs besingt. Christoph (“Stofferl“) Well, der musikalische Kopf der Gruppe und Virtuose an Trompete, Alphorn oder Harfe, rappt mit vollem Stimm- und Körpereinsatz gegen den Verfall des Milchpreises an. In der Rückschau auf 50 Jahre Bayern steigt der Preis für die Maß Bier auf dem Münchner Oktoberfest von 1,80 Mark auf 8 Millionen Euro.

Zumindest am Premierenabend schlüpft Kabarettist Gerhard Polt in die Rolle des Haus-Nikolaus der Familie Well. Der tatsächlich auf der Bühne sitzenden über 90-jährigen Mutter von 15 Kindern entlockt er bei der Auflistung aller Kindsnamen nur ein achselzuckendes “Ja mei“. Die Regie des ebenso amüsanten wie musikbereichernden Abends hat Franz Wittenbrink - am Ende viele Vorhänge für das Ensemble, das erst nach drei Zugaben von der Bühne gelassen wird.

dpa

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