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Süße-Gurken-Zeit

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Von: Katja Kraft

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ErwinWurms Gurken-Skulptur in der einen Ecke, dahinter Bildhauerkunst aus dem 19. Jahrhundert. Die ganze Vielfalt des Kunstbetriebs möchte die Highlight abbilden. © Foto: Kraft

Bis 21. Oktober werden auf der Messe Highlights in der Münchner Residenz Kunstschätze zum Verkauf angeboten.

Da, wo man im Sommer Wein und im Winter heiße Schokolade genießen kann, gibt’s ab heute wieder kulturelle Köstlichkeiten. Die internationale Kunstmesse Highlights lädt bis Sonntag in den Hof der Münchner Residenz. Doch nichts erinnert hier an das Pfälzer Weinfest oder den Christkindlmarkt. Wie in den Jahren zuvor haben die Veranstalter eine Halle errichtet, die sich durch raffinierte Architektur wunderbar einfügt in diesen historischen Ort, der wie gemacht ist für die „Glanzstücke des Kunsthandels“. So heißt’s in der Pressemitteilung. Ein Rundgang vorbei an den 40 Ausstellern macht klar, dass das nicht übertriebener PR-Schmus ist.

„Wir wollten die ganze Bandbreite von dem, was Kunst ist, zeigen“, sagt Messeleiterin Juana Schwan. Kunst, das sind Meißner Porzellan-Vasen aus dem 18. Jahrhundert (Antiquitäten Röbbig München) oder Marilyn-Monroe-Fotografien von Milton Green bis Cecil William Stoughton (Galerie Stephen Hoffman München); Kunst sind Glasobjekte von Erwin Wurm und – natürlich! – seine viel geliebten Gurken-Skulpturen (Galerie Kovacek & Zetter Wien). Und Kunst, das ist ein einfacher Kamillenteebeutel – wenn er von Joseph Beuys dazu erhoben wurde. Von ihm einst für 1,75 Mark gekauft, in seine Reihe „Wirtschaftswerte“ aufgenommen – und damit heute 1200 Euro wert (Kunsthandel Florian Sundheimer München). Ein hübscher Kommentar des Enfant terrible zu der Frage, wie die teils astronomischen Preise in der Kunstszene entstehen und worin der Wert einer Sache liegt.

„Sie entdecken hier die ganze Vielfalt – Skulpturen, Bronzen, Schmuck, Altmeister-Gemälde, alte Möbel, Werke der klassischen Moderne“, schwärmt Georg Freiherr von Gumppenberg, Kunstversicherer. So solle diese Messe auch Beispiel dafür sein, wie sich Neues und Altes kombinieren lässt. „Ein zeitgenössisches Bild über einer barocken Kommode muss kein Bruch sein – im Gegenteil, das erzeugt Spannung!“

Preislich geht es bei unter 1000 Euro los, nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Bei dem expressionistischen Gemälde „Russisches Mädchenpaar“ von Otto Mueller etwa (Galerie Ludorff Düsseldorf), Preis: 4,65 Millionen Euro. Nur einer der vielen Höhepunkte.

Bis 21. Oktober

täglich von 11 bis 19 Uhr
in der Münchner Residenz, Eingang Hofgarten. Erwachsene 25, Senioren 20, Studenten 8 Euro.

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