Ein bisschen Frieden

- Das Neujahrskonzert der "Philharmonie der Nationen" unter Leitung von Justus Frantz in der Münchner Philharmonie ist inzwischen Tradition. Und Frantz pflegt Traditionen wie jene, dass auf seine persönlichen Neujahrswünsche die Grüße einiger Ensemblemitglieder in 13 Landessprachen folgen.

Der Auftritt von Justus Frantz ließ weniger an den Papst als an leichte Klänge aus Film und Werbung denken. So hat ja Rossinis Ouvertüre zur "Diebischen Elster" bereits ihren Platz in TV-Spots, und dies gilt auch für den ersten Satz aus Mendelssohn Bartholdys vierter Symphonie, A-Dur, op. 90, der "Italienischen". Gespielt wurde mit Tempo statt romantischer Empfindsamkeit. Dem zweiten Satz fehlte die dämonische Tiefe des dunklen Balladentones, dem dritten das Geheimnis verträumter Waldseligkeit, und im "Saltarell: Presto" trieb Frantz seine Musiker zu Tempohöchstleistung. <BR><BR>Schade, denn der Initiator des Schleswig-Holstein-Festivals und "Achtung! Klassik!"-Mann hat ein junges, professionelles Instrumentalensemble, das über einen sehr schönen Klang verfügt. Es liegt an Frantz, mehr zu fordern. Unter dem Motto "First Night of the Prom's" folgten im zweiten Teil, von Frantz mit Anekdoten geschmückt, Highlights von Bizet, Dvorá´k, Brahms, Johann Strauß Sohn, eine fantastische Einlage der orchestereigenen "Balkanstreicher" mit "A little piece for peace" und zum Schluss mit etwas wenig Inbrunst Edward Elgars "Pomp and Circumstances". Doch der Applaus deckte sich nicht mit Frantzens eitlen Erwartungen, obwohl er darum buhlte. Deshalb gab's nur den Radetzky-Marsch als Zugabe. Dorothea Hußlein<BR>

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