"Bissige Venus"

- "Ich möchte hier keine mit dem Weichzeichner geschönten Fotos in einer herbeiphantasierten Porträtgalerie ,enger Freunde aufhängen." So Fritz J. Raddatz in seiner von Anekdoten, Geschichte und Geschichtchen durchtränkten Autobiografie. Und genau mit diesem Vorsatz hat mancher ein Problem.

<P>Theo Sommer, Ex-Chefredakteur der "Zeit", zum Beispiel schrieb in einer Rezension, sein früherer Feuilleton-Chef habe eine "bösartige Darstellung" der Redaktion geliefert. Was der Adressat dementsprechend parierte: "Ich hätte als Redakteur so einen Artikel an den Autor zurückgegeben."<BR><BR>In 13 Kapiteln plus ebenso vielen Intermezzi von "Auftritt die Schnecke" bis "Auftritt der Lehrer" erzählt Raddatz von seiner Berliner Kindheit, von Begegnungen mit Rudolf Augstein, Günter Grass oder Hans Mayer und zeichnet oft schonungslose Personenporträts. Verleger Heinrich Maria Ledig-Rowohlt (Raddatz war von 1960 bis 1969 stellvertretender Chef des Rowohlt Verlags) war für ihn "dünnhäutiger Elefant, aggressive Mimose" und "bissige Venus" gleichermaßen - eine Offenheit, an der sich eben manch Weggefährte stößt.</P><P>Fritz J. Raddatz: "Unruhestifter. Erinnerungen". <BR>Propyläen Verlag, München. <BR>496 Seiten, 24 Euro. .</P>

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