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„Blaas of Glory“ bei Rockavaria machte einfach Spaß.

Die blasen dich weg!

„Blaas of Glory“ bei Rockavaria, die coolsten Pausenclowns der Welt

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Ein irrer Auftritt: „Blaas of Glory“ begeisterte die Heavy Metal-Fans auch ohne E-Gitarren. 

München - Hey, Moment mal, wer ist das?! Was machen die denn da?! „Irre, völlig abgefahren, so etwas Geiles habe ich ja noch nie erlebt!“. Entschuldigen Sie bitte, liebe Leser, dass wir dieses Zitat eines Rockavaria-Besuchers 1:1 wiedergeben, aber wo er Recht hat, hat er Recht: „Blaas of Glory“, die sich selbst „Heavy Metal Marching Band“ nennen, sind schier unglaublich. Moment mal, gleich wird der Text hier weitergeschrieben, aber, aber das ist doch, das ist doch: Ja! Das ist „Sweet Child O’Mine“ von Guns n’ Roses, das die vogelwilden Kerle da gerade spielen! Halt ohne Slashs E-Gitarrensound und ohne Strom, sondern mit Akkordeon, Sousafon, Glockenspiel, Saxofon, Akustikgitarren und Pauke. 

Das rockt trotzdem gewaltig und macht vor allem richtig gute Laune! Die neun Männer aus Zwolle (Niederlande) tragen höchsterotische Schneetiger-Leggings und Perücken und begeistern bei Rockavaria mitten im Volk, während droben auf den Bühnen Umbaupause ist. In Polonaise marschieren die lustigen Holländer durch die Reihen, schnell wird daraus ein langer Wurm, dem sich viele anschließen und der irgendwann für ein Standkonzert Halt macht. 

Beim Iron-Maiden-Medley in Original-Geschwindigkeit wissen viele nicht, ob sie staunend das Ganze mit dem Handy filmen sollen, oder sich lieber doch gehen, gern haben lassen und mitmachen sollen. Die meisten entscheiden sich für die goldene Mitte: Die erste Minute des Medleys wird gefilmt, schnell ab damit auf Facebook, Instagram und WhatsApp, dann Handy in die Tasche und auf geht’s! Was für ein Spaß! Selbst breitschultrige Männer in Jeans- und Lederkutten, denen man nachts lieber nicht auf der Straße begegnen möchte, grinsen fröhlich und sanft, jubeln und springen und Pogo-tanzen zu den Brass- und Dixie-Versionen von Heavy-Metal-Klassikern. 

Vor zehn Jahren haben sie sich zur Marching-Band zusammengetan, Sänger Rick Mensink erzählt nach einem Pausenauftritt: „Vorher haben wir alle in ganz normalen Heavy-Metal-Bands gespielt. Dann sind wir auf die Idee gekommen, mal was Lustiges zu machen.“ Sie überlegten, wie man Hardrock-Songs anders aufziehen könnte, mit ein bisserl Parodie gewürzt und eigenem Stil, aber doch so, dass die Originale jederzeit zu erkennen sind. „Wir sind immer noch überrascht, wie sehr das den Leuten gefällt. Vor allem auch denjenigen, die echte harte Metalfans sind“, freut sich Mensink. 

Klare Kiste: „Blaas of Glory“ sind die unglaublichste Pausenkapelle und coolsten Pausenclowns des Planeten. 

Iron Maiden bei Rockavaria: Es war eine gewaltige Heavy-Metal-Freiluft-Oper

Alles zu Rockavaria hier im Live-Ticker. 

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