Blasen, flüstern, hauchen

- Seit Jahren schon verdanken wir Josef Anton Riedl Konzertreihen unter dem Oberbegriff "Klang-Aktionen". Das erste Konzert der gegenwärtigen Serie war zu einem beträchtlichen Teil zwei Münchnern gewidmet: Michael Hirsch und Jörg Widmann. Mit Hirsch begann und endete das Konzert in der Black Box am Gasteig.

Zunächst seine "Improvisation für Große Trommel": Gemeint ist der Solist am realen Instrument (Stefan Blum), der seinen Part zum CD-Zuspiel ergänzt. Sparsam tropfende Klänge von beiden Klangquellen; die Trommel auf einem Gestell liegend und mit bloßer Hand, mit Schlegeln und durch darauf verteilte Gegenstände zum Tönen gebracht. Überzeugender das "Trio 2" in der klanglich aparten Besetzung Flöte, Klavier, Schlagzeug (ohne Trommel), kontrastreich zwischen Stille und Ausbrüchen mit scharfen Akzenten als Abschluss.<BR><BR>Ganz weltabgewandt die Komposition "auf tönernen füszen" des gebürtigen Schaffhauseners Beat Furrer, mit zwei Gästen als Interpreten - alle anderen gehören dem hervorragenden Ensemble Triolog an: die Amerikanerin Carin Levine mit verblüffenden Wirkungen auf der Flöte; viele Klappengeräusche, teils heftiges, teils tonloses Anblasen zu Wortzitaten von Friederike Mayröcker, geflüstert und gehaucht von Michael Hirsch. Ein weiter Bogen zu den vergleichsweise herkömmlichen Klängen von Howard Skempton, der aus dem Umkreis von Cornelius Cardew kommt: sieben kurze Stücke für fünf Instrumente, Kammermusik in unterschiedlichen Kombinationen. Nur das letzte, "Kettle's Yard Canon", vertrat eine zum völligen Stillstand neigende Kompositionsweise.<BR><BR>Die insgesamt sechs "Klang-Aktionen" enden am 9. Oktober mit dem Arditti-Quartett im Carl-Orff-Saal.<BR>

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