Blech statt Gold

- Kurz vor dem Start des Filmfestivals Venedig am heutigen Donnerstag setzt der neue Festspiel-Direktor Moritz de Hadeln (62) auf Provokation. "Der Goldene Löwe ist nichts mehr wert." Also etwa nur Blech? Auf jeden Fall war dieser Satz als Provokation gemeint. Der internationale Filmmarkt habe kein Interesse mehr am Lido. Zu esoterisch seien die Filme, allzu zufällig die Qualitätskriterien, die Streifen seien oftmals einfach nicht auf Weltniveau.

<P>Das soll jetzt anders werden. Tatsächlich ist de Hadeln, der über 20 Jahre Leiter der Berlinale war, dabei, in Venedig einiges auf den Kopf zu stellen: Erstmals seit vier Jahren sind bei der Biennale wieder deutsche Filme im Wettbewerb. Statt reihenweise schwer Verdaulichem vor allem aus fernöstlichen Ländern sind diesmal Hollywood-Produktionen angesagt. "Kino ist nicht nur Kunst, das ist auch eine Industrie", sagt de Hadeln.</P><P>Vor allem die Deutschen dürfen sich freuen. Mit "Nackt" von Doris Dörrie und "Führer Ex" von Winfried Bonengel sind gleich zwei deutsche Beiträge unter den 21 Wettbewerbsfilmen. Hinzu kommen Koproduktionen: die Liebesgeschichte "Bear's Kiss" des russischen Regisseurs Sergej Bodrov und "Julie Walking Home" der polnischen Regisseurin Agnieszka Holland. Doris Dörrie trumpft mit Starbesetzung auf: Heike Makatsch, Benno Führmann, Nina Hoss und Jürgen Vogel sind in dem bizarren Beziehungsfilm zu erleben.</P><P>Internationale Prominenz spielt diesmal reihenweise in Venedig auf: Etwa das Gangsterstück "Road to Perdition" von Sam Mendes ("American Beauty") mit Tom Hanks und Paul Newmann, "Frida" von Julie Taymor, unter anderem mit Antonio Banderas, oder "Dirty Pretty Things" von Stephen Frears. Vorsitzende der Jury ist der chinesische Topstar Gong Li ("Die rote Laterne"). </P>

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