Blonde Nixe

- Vor vier Jahren haben sich die Spanierin Olga Cobos und der Slowake Peter Mika zur CobosMika Company zusammengetan. Seitdem waren sie mehrmals in München zu sehen: am Gärtnerplatztheater und bereits zum dritten Mal in der Muffathalle, eben jetzt mit dem jüngsten, vom Kulturreferat unterstützten Zweiteiler "A Stream". Am Ende euphorischer Jubel.

<P>Verständlich. Denn was Olga Cobos, Jesus Cobos und Volker Michl in Teil I ("Episod III") zeigen und nach der Pause, durch Sonia Rodrigues ergänzt, in Teil II ("A Stream") nochmals bestätigen, das ist: ein unentwegtes Fließen von vollendet schönem, dazu technisch virtuos ausgeführtem Tanz.<BR><BR>Olga Cobos, eine blonde Nixe, deren Körper keinen physischen Widerstand zu kennen scheint, gibt mit ihren über den Boden gerollten und hingeglittenen Figuren, mit ihren in alle Luftrichtungen wischenden, wenn beschleunigt gleichsam peitschenden Bewegungen die Gangart vor. Und die beiden Männer tun's ihr nach: Volker Michl in seiner pantherhaften Kompaktheit, Jesus Cobos ein graziler Nachmittagsfaun. Rivalen. Aber die Beziehungen, die in diesem Trio wieder und wieder angerissen werden, bleiben ungelöst. Die Mann-Frau-Begegnungen veredeln sich lediglich zu Exerzitien sublimer Griffe und Hebungen in animalischer Zeitlupe oder in Wettkampfschnelligkeit.<BR><BR>In Teil II dann synchrone Quartett- und identische Zweierpack-Formationen, ebenfalls in subtil "fotographischem" Helldunkel-Licht und umspült von soghaften, minimalistischen Geräusch- und Klangströmen (Maxim Iioudine). Ein Ästhetik-Vollbad, das letztlich die Wahrnehmung ermüdend weichspült. Nur einmal, im "Stream"-Pas-de-deux (Teil II) von Olga und Jesus Cobos, vibriert eine innere Bewegung. Ein kurzer Moment nur, eine Ahnung, wie Tanz vom Niveau rein turnerischer Fertigkeit abheben kann. Nein, muss!<BR><BR></P><P><BR> </P>

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