Die Blumentopf-Truppe: Die Rapper Bernhard „Wunder“ Wunderlich, Cajus Heinzmann, Roger Manglus und Florian „Schu“ Schuster (v.li.).

Blumentopf: Ebenso viel Schmarrn wie Geniales

München - Heimspiel: Die vier von Blumentopf feierten Bandjubiläum und Tour im Muffatcafé.

Sie hätten nur stumm die Lippen bewegen können, es wäre egal. Die Jubelstürme wären trotzdem nicht leiser gewesen. Schließlich war es ihr Heimspiel, schließlich hatten die Blumentöpfe aus Anlass ihres Bandjubiläums und ihrer „Kein Zufall/ Großes Kino Tour“ quasi in ihr Wohnzimmer, ins kleine, aber feine Münchner Muffatcafé geladen. Und schließlich eilt ihnen der Ruf voraus, eine exzellente Live-Band zu sein. Den Beweis dafür lieferten sie natürlich – doch er war völlig unnötig. Ihre Fans wissen, wen sie vor sich haben. Und sie leben jeden einzelnen Takt.

Mitgebracht hatten die vier nur ihre Mikrofone, einen Sampler und zwei Plattenspieler, dazu etliche uralte, aber auch einige wenige frisch aufgenommene Stücke. Und die Lust und den Spaß an Freestyle-Sessions. Seit mittlerweile 20 Jahren machen sie das, widmen sich die Töpfe dem Rap, verwursten in ihren Texten von der FC-Bayern-Sechziger-Borussia-Dortmund-Rivalität bis zur Gesellschaftskritik hin alles. Im Muffatcafé hatten sie sich ein neues Lieblingsthema auserkoren: den Kaffee. Gut, das bedeutete mindestens ebenso viel Schmarrn wie Geniales, aber das war an diesem Abend wurscht. Genauso wie die stickige Luft und die Wo-auch-immer-in-Massen-herabströmenden-Schweißperlen. Dort oben auf der gefühlt zwei Quadratmeter großen Bühne standen eben die Töpfe. Nur diese ganz speziellen „Säcke“ bringen es fertig, dass Buam irgendwann den Gedanken an Zweisamkeit gar nicht mehr so abwegig finden – und selbst Mädchen mit Zöpfen bei ihrer Hymne auf einen One-Night-Stand schmunzeln müssen.

Angelika Mayr

Konzert in der Region: in Dachau am 25. August, VR Stadtstrand; Telefon 0180/ 54 81 81 81.

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