BND: Sachbuch über Elitekommando Ost frei erfunden

- Berlin/München - Der Bundesnachrichtendienst (BND) betrachtet das so genannte Tatsachenbuch "Todeszone" als freie Erfindung, will aber dennoch auf juristische Schritte gegen den Heyne Verlag als Herausgeber verzichten. In dem Buch beschreibt ein angeblicher ehemaliger deutscher Bundeswehroffizier angebliche Sabotageakte und Befreiungsaktionen eines "Elitekommandos Ost" im Auftrag des BND in den 70er und 80er Jahren. Dabei sollen Dutzende DDR-Bürger ums Leben gekommen sein.

<P>"Trotz umfangreicher Recherchen wurden beim BND keine Unterlagen gefunden, die die geschilderten Sachverhalte des Buches belegen könnten", sagte BND-Sprecherin Michaela Heber in Berlin. "Wir werden aber keine Schritte gegen den Verlag unternehmen, sondern überlassen das Urteil dem Leser", fügte sie hinzu. </P><P>Der Münchner Heyne Verlag wollte sich am Montag nicht zu den Vorwürfen äußern. "Wir geben im Moment keine Stellungnahme dazu ab", sagte Heyne-Sprecherin Claudia Limmer. "Der Spiegel" zitiert in seiner neuen Ausgabe den Geheimdienstkoordinator im Kanzleramt, Ernst Uhrlau, mit den Worten: "Das ist ein Roman, kein Sachbuch." BND-Sprecherin Heber nannte als Indizien hierfür: "Alleine die Berichte über Sabotageakte deuten schon daraufhin, dass der Autor die Aufgaben des BND nicht kennt. Sabotageakte gehören heute wie damals nicht zum Auftrag des BND." Insgesamt tauchten auch kleinere Ungereimtheiten auf, etwa seien Dienstgrade bei der Bundeswehr durcheinander gebracht worden.</P><P>Das ARD-Fernsehmagazin "Report Mainz" hatte bereits zuvor berichtet, das Buch sei trotz Zweifel eines Gutachters veröffentlicht worden. Demnach habe der Geschichtsprofessor Hermann-Josef Rupieper (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) den Verlag auf "fiktive Einschübe" in dem Text hingewiesen.</P>

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