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In der Ausstellung "Body-Talks - 100 Jahre BH" sind ab Mittwochabend Stücke wie dieses Korselett-Modell aus den 1950er Jahren zu sehen.

Frankfurter Ausstellung kommt nach Nürnberg

100 Jahre BH: Turbulente Kulturgeschichte des Wäschestücks

Nürnberg - Vom Korsett bis zum Wonderbra: Der BH ist 100 Jahre alt und durchlebte eine turbulente Kulturgeschichte. Davon erzählt die Ausstellung "Body-Talks", die ab Mittwochabend in Nürnberg zu sehen ist.

Verführerische Hülle oder provokanter Hingucker: Wohl kein Wäschestück hat so viele Skandale ausgelöst wie der Büstenhalter. Im Museum für Kommunikation in Nürnberg sind von Mittwochabend an mehr als hundert BHs zu sehen - vom Korsett bis zum Wonderbra erzählen sie eine turbulente Kulturgeschichte. Die Ausstellung „Body Talks. 100 Jahre BH“ war zuvor schon in Frankfurt zu sehen.

Alles begann in Amerika

Die Amerikanerin Mary Phelps Jacob hatte vor rund 100 Jahren einen der ersten Büstenhalter entworfen. Am 3. November 1914 wurde er patentiert. Seit seiner Erfindung „verhülle und exponiere der Büstenhalter die weibliche Brust“, heißt es vom Museum. Das Kleidungsstück sei Ausdruck „unserer Vorstellungen von Attraktivität und Schönheit, von Schicklichkeit, Tabus und Regelverletzungen“.

Frauenrechtlerinnen verbrannten BHs

Ob Minimizer oder Wonderbra, aufreizend knapp oder sportlich bequem - der Wandel in Design, Material und Gebrauch erzähle von wechselnden Körperbildern und Geschlechterrollen, von wirtschaftlichen Not- und Glanzzeiten. Von den frühen Frauenrechtlerinnen im Kampf gegen das Korsett bis hin zu BH-Verbrennungen der 1968er-Jahr oder Oben-ohne-Protesten zeigten sich am BH politische und kulturelle Umbrüche.

Ob flach oder üppig: BH zaubert, was angesagt ist

Ein starres, graues Korsett zeugt in der Schau etwa von einer Zeit, in der sich Frauen Oberweite und Taille bis zur Ohnmacht abschnürten. Die emanzipierte Frau der 1920er wollte dann flach und knabenhaft aussehen. Nach dem Krieg waren wiederum runde und üppige Formen angesagt. Vorbilder waren Hollywood-Ikonen wie Marilyn Monroe oder Sophia Loren. Frauen eiferten ihnen nach und zwängten sich in formende Wäsche. In den 1990ern wurde dann der Wonderbra zum Verkaufshit und versprach Volumen auch für kleine Oberweiten.

Die Ausstellung war bereits in Frankfurt zu sehen.Von Mittwoch,  26. Februar bis 07. Juni wird in die Ausstellung im Museum für Kommunikation in Nürnberg gezeigt.

dpa

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