"Bollywood"-Musical von Münchener Publikum gefeiert

- München - In farbenfrohen Kostümen wirbeln die Tänzer über die Bühne. Alles an ihnen strahlt Lebensfreude aus. Schon nach wenigen Tanzstücken sind die rund 1600 Zuschauer im Deutschen Theater in München begeistert. Die Premiere von "Bollywood - The Show" am Freitagabend ist ein voller Erfolg.

"Die Inder haben etwas Zauberhaftes", sagte ein Gast, und seine Begleiterin ergänzt: "Es ist wie 1001 Nacht." Das Musik- und Tanzspektakel des Autors und Regisseurs Toby Gough ist ein Streifzug durch die indische Filmgeschichte. Die Show greift Motive, Choreografien und Songs berühmter Bollywood-Filme auf. Gleichzeitig beschreibt sie den Gegensatz zwischen indischer Tradition und glamouröser Kinowelt. Eine Liebesgeschichte, wie sie in den lebensfrohen und selbstironischen Werken der milliardenschweren indischen Filmindustrie Standard ist, darf auch nicht fehlen. Doch die atemberaubenden und spektakulären Tänze lassen die Story in den Hintergrund treten.

Rund 50 Musiker, Tänzer und Schauspieler präsentieren die mitreißende Show. Vom indischen Tempeltanz bis zum HipHop - fast jeder Tanzstil ist vertreten. Schon nach wenigen Songs klatschen die ersten Zuschauer begeistert mit. Einzelne stehen sogar auf und tanzen.

Die Handlung orientiert sich an der Lebensgeschichte der Choreografin Vaibhavi Merchant, die aus einer der bedeutendsten indischen Filmdynastien stammt und heute eine Berühmtheit ist. So verlässt die junge Tänzerin Ayesha (Carol Furtado) ihre Heimat und ihren Großvater Shantilal (Arif Zakaria), um in Bollywood - wie die indische Filmindustrie in Bombay (Mumbai) in Anlehnung an die US- amerikanische Traumfabrik genannt wird - Karriere zu machen. Shantilal, ein Meister des traditionellen Kinos, ist tief enttäuscht. Seiner Meinung nach hat Bollywood die indische Herkunft verraten und ist nur noch von Kommerz bestimmt.

Glücklich ist die junge Frau trotz ihres Erfolges als Choreografin nicht. Als sie vom nahen Tod ihres Großvaters erfährt, reist sie zurück, um Frieden zu schließen. Ganz nebenbei entdeckt sie, welche Gefühle sie noch immer für ihre Jugendliebe Uday (Deepak Rawat) hat. Um die Tradition der alten Tempeltänze fortzuführen, heiraten die beiden und übernehmen Shantilals Tanzschule. Sie finden einen Stil, der Tradition mit Moderne verbindet. Das Happy End ist perfekt.

"Die Geschichte ist schwach, aber die Tänze sind toll", sagt Schauspieler Rufus Beck (49), der schon einige Bollywood-Filme gesehen hat. Der als Erkan bekannte Komiker John Friedmann (35) ist von der Bühnenshow ebenfalls angetan. "Es ist überwältigend, so viele Menschen tanzen zu sehen."

Dass die Darsteller auch privat begeisterte Tänzer sind, zeigen sie bei der Party im Anschluss an die gut zweieinhalbstündige Vorführung: Sie sind die ersten, die die Tanzfläche stürmen.

www.bollywoodshow.de

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