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„Früher war es rockiger“: Bonnie Tyler (67) startet am 28. April im Münchner Circus Krone ihre Europatournee.

Interview 

Bonnie Tyler verspricht mit kratziger Stimme: „Ich werde niemals aufhören“

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Bonnie Tyler rockt die Musik-Szene mit ihrer kratzigen Stimme seit Jahrzehnten. Jetzt mit 67 Jahren geht sie wieder auf Tournee: Im Interview verrät sie, worauf ihre Fans sich freuen können und warum sie nie aufhören wird.

„Between the Earth & the Stars“ ist der Titel des 17. Studio-Albums von Bonnie Tyler, das im März veröffentlicht wird. Nicht zwischen der Erde und den Sternen, sondern kurz nach ihrer Asien- und vor dem Auftakt der Europatour am 28. April im Circus Krone haben wir mit der 67-Jährigen telefoniert, die 1951 in Wales als Gaynor Hopkins geboren wurde. Ihre Stimme klingt so charakteristisch kratzig, wie man sie kennt. Weil sie sich nämlich in den Siebzigerjahren nach einer Stimmlippen-Operation nicht an den Rat des Arztes gehalten hatte, längere Zeit zu schweigen, klingt Bonnie Tyler unnachahmlich. Bis heute.

Wie geht es Ihnen?

Oh, ich habe momentan ein bisschen Erkältung und einen Husten. Entschuldigen Sie bitte.

Macht nichts, Ihre Stimme klingt doch eh immer so, als hätten sie Husten und Erkältung.

(Lacht laut.)

Schadet Husten überhaupt Ihrer Stimme?

Nein, ich kann trotz Erkältung Konzerte geben. Das macht meinem Gesang nichts aus. Die Tour in Hongkong, auf den Philippinen und in Singapur war großartig. Trotz meines Hustens konnte ich alle Konzerte singen. Allerdings habe ich nach der Rückkehr unseren Schlagzeuger angesteckt.

„Ich rufe jeden Tag meinen Stimmtrainer an“

Müssen Sie Ihre Stimme überhaupt trainieren?

Egal, wo ich auf der Welt bin: Ich rufe jeden Tag meinen Stimmtrainer an, und wir machen 15 Minuten Übungen. Am Telefon. Auch kurz vor einem Konzert.

Was ist Ihr Tipp für junge Sängerinnen und Sänger?

Sie sollten einen guten Trainer haben. Bis vor sieben Jahren hatte ich keinen. Jetzt ist meine Stimme stärker und besser als früher.

Dann können Sie ja noch weitere 40 Jahre singen.

Ich singe, bis ich auf der Bühne sterbe. Ich werde niemals aufhören, weil ich es so liebe.

Lassen Sie uns über die Achtzigerjahre sprechen. Diese Musik erlebt ein Comeback. Wird es nicht langweilig, immer die Songs wie „Total Ecplipse of the Heart“ oder „Holding out for a Hero“
zu singen?

Die Achtziger waren eine besondere Zeit im Musikgeschäft. Es gab jede Menge Spaß, es war ein Stück weit rockiger. Ich habe nie aufgehört, diese Songs zu singen. Es ist eine besondere Atmosphäre, wenn das Publikum mitsingt. Die Lieder werden immer in meiner Seele bleiben, auch wenn ich neue spiele.

„Adele und Ed Sheeran sind einzigartig“

Sehen Sie unter den heutigen Musikern und Bands jemanden, der das Zeug hat, ebenfalls in 30 oder 40 Jahren die Säle zu füllen?

Adele und Ed Sheeran zum Beispiel. Sie sind Songwriter, sie sind einzigartig.

Woher nehmen Sie die Motivation, neue Songs zu singen?

Das Album „Between the Earth & the Stars“ ist einfach so passiert. Der Bass-Spieler meiner allerersten Band aus dem Jahr 1969 hat mir erzählt, dass er Lieder geschrieben hat. Ich dachte mir: „Come on, du bist ein Bassist, du hast noch nie so etwas gemacht.“ Er hat sie mir vorgespielt und wollte wissen, was ich davon halte. Ich fand sie fantastisch und wollte sie sofort aufnehmen. Zusammen mit anderen Songs entstand also das Album. Barry Gibb hat da auch ein Lied für mich geschrieben. Außerdem singe ich ein Duett mit Rod Stewart, geschrieben von Chris Norman. Es war immer mein Traum, mit Rod Stewart zu arbeiten. Ach ja, ein Song von Francis Rossi von Status Quo ist auch dabei.

1975 hatte die Plattenfirma Sie gebeten, Ihren Namen zu ändern. Würden Sie das wieder tun?

Ja, weil es eine gute Idee war. Ich nannte mich zunächst Sherene Davis. Als die Plattenfirma fragte, ob es mir etwas ausmachen würde, noch einmal den Namen zu wechseln, habe ich aus einer Zeitung sämtliche Vor- und Nachnamen aufgeschrieben, die ich gefunden habe. Dann versuchte ich, die beste Mischung zu finden. Ich mochte schon immer den Namen „Bonnie“, und soweit ich mich erinnere, stand Steven Tyler (Gründer und Sänger der Rockband „Aerosmith“, die Red.) damals in der Zeitung. So entstand „Bonnie Tyler“. Es war und ist ein fantastischer Name für mich.

Das Gespräch führte Armin Rösl.

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