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Das BR-Symphonieorchester wechselt derzeit zwischen dem Herkulessaal in der Residenz und der Philharmonie im Gasteig-Kulturzentrum.

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BR-Symphonieorchester startet mit neuem Manager in die Saison

München - Die Größe ist in etwa gleich geblieben, zum Manager muss man weiter aufschauen.

Und auch der österreichische Dialekt verlangt kaum nach Hör-Umstellung. „Gleich protestieren“ müsse er da, sagt Nikolaus Pont. Vorgänger Stephan Gehmacher sei Salzburger gewesen, er selbst sei schließlich Wiener. Ohne das zu vertiefen – die Neubesetzung der Manager-Position beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks signalisiert vor allem eines: Kontinuität. Ohnehin tauchten beide gern im Doppelpack auf, als „Twin Towers“ wurden sie von manchem Musiker bezeichnet.

Nachdem Gehmacher vor einigen Wochen als Generaldirektor zur Philharmonie Luxemburg wechselte, rückte Pont nach. Seit 2008 war er in enger Abstimmung mit seinem Landsmann ohnehin für die künstlerische Planung des Orchesters zuständig, die gerade anbrechende BR-Saison ist seine erste auf dem Managersessel. Also alles beim Alten? Ein paar andere Nuancen sind – abgesehen vom Dialekt – bei dem 42-Jährigen schon herauszuhören. Große Künstlerpersönlichkeiten stünden am Pult des Ensembles. Und er habe den Ehrgeiz, sie dazu zu bringen, „auch in neue Repertoirebereiche vorzustoßen“.

Stichworte wie „Konfrontation“ und „Gegenüberstellung“ fallen, wenn es um die Programmierung der Konzerte geht. Eine Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen, habe Pont beim hiesigen Publikum schon feststellen können. „Es ist eine Sehnsucht da, in den Abo-Konzerten auch etwas anderes zu hören.“ Und doch: „Verlangt wird nach großen Namen und großen Stücken.“

Ein Musterbeispiel für diese Gratwanderung ist das Programm zum Saisonstart in der kommenden Woche. Für Luigi Dallapiccolas 1949 uraufgeführten Operneinakter „Il prigioniero“ über einen Gefangenen zur Zeit der spanischen Inquisition wurden First-Class-Künstler wie Dirigent Esa-Pekka Salonen und Bariton Gerald Finley verpflichtet.

Ändern wird sich trotzdem etwas beim BR-Symphonieorchester, wie Pont ankündigt. Zum einen solle am Internet-Auftritt gearbeitet werden, der sei „verbesserungswürdig“. Auch der Kartenverkauf werde neu organisiert. Was dem neuen Manager dabei zugutekommt: Er kennt diesen BR-Tanker gut, der manchmal so unbeweglich und schwer zu manövrieren ist.

In Sachen Orchestermanager ist der Sender ein gebranntes Kind. Vor Stephan Gehmacher gab es immer wieder Zwist und Unzufriedenheit mit den Männern auf dieser Position. Die scheint nämlich oft schwerer zu besetzen als die des Chefdirigenten. Es ist der Posten zwischen allen Stühlen: zwischen Orchester, Sender und Chefdirigent. Allen es immer recht machen, daran sind schon tapfere Kämpfer auch bei anderen Ensembles gescheitert.

Das Feuer beim BR-Dauerbrenner will auch Nikolaus Pont weiter anfachen. Wo und wann der neue Konzertsaal realisiert werden kann, dazu könne er nichts Neues sagen. Aber „Klang und Logistik“ seien nicht alles. Auch in die Standortfrage, das klingt durch, möge man sich nicht verbeißen. „Was uns doch am Konzert fasziniert, das ist dieses totale Mitreißen, dieses Überwältigen.“ Allein durch den Besuch eines attraktiven Kulturzentrums könnten die Menschen für Klassik begeistert werden. Überdies brauche man Nebenräume, die für Multimedia-Veranstaltungen taugen. Ein „Wohlfühlort“ müsse da geschaffen werden. „Mir ist ein Saal lieber, der alle diese Funktionen erfüllt“, sagt Nikolaus Pont. „Und das auch an einem Ort, den man nicht unbedingt erwartet.“

Markus Thiel

Saisonstart beim BR-Symphonieorchester am 3. und 4. Oktober im Gasteig mit konzertanten Aufführungen von Luigi Dallapiccolas „Il prigioniero“;

Telefon 089/ 5900-108 80.

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