Messerstecher von Grafing: Das Urteil ist gefallen

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Brahms und die sieben Zwerge

- Wer hätte das gedacht, dass einmal Schuberts "Forelle" munter durch ein Märchen der Gebrüder Grimm springen würde? "Im Wald und in den Bergen/ ist's wunderbar zu leben", singt Schneewittchen erquickt, bevor sie in den vergifteten Apfel der bösen Königin beißt, und leiht sich hierfür die bekannte Melodie. Und Schubert erklingt nicht allein an diesem märchenhaften Nachmittag: Mozart, Brahms, Schumann, Wagner - ein vergnügliches Liederfest ist dieses Kinderfest im Gasteig-Carl-Orff-Saal.

"Schneewittchen und die 7 Zwerge" ist die erste der diesjährigen Kinderopern, mit denen das Gut Immling in München gastiert. Weil es dem Märchen an einem Libretto mangelt, hat sich Angelika von Eicken kurzerhand in deutscher Liederwelt umgeschaut und den ausgezeichneten Sängern dazu mal die originalen, mal die Grimmschen, mal die eigenen Worte in den Mund gelegt.

So trällern die sieben grünbemützten Zwerge in Ringelstrümpfen Brahms' heiteres "Feinsliebchen, du sollst" als Hymne auf den Frohsinn; so träumt Thorsten Büttner als Prinz vom Alpenland inbrünstig: "Schneewittchen mein, ich will dich suchen,/ du bist die Ruh, du bist der Frieden" - frei nach Schubert/ Rückert. Bevor Felicitas Fuchs als Schneewittchen-Gretchen im bunten Zwergenhaus ihrerseits klagt: "Meine Ruh ist hin, mein Herz ist schwer." Für eine einfühlsame Begleitung sorgen dabei stets Frank Obermair am Klavier und Sabina Roedler auf der Violine.

Bei aller musikalischer Gewitztheit und Professionalität wird die Inszenierung von Ludwig Baumann stets ihren Zuschauern gerecht: dem Zwergen-Publikum ab fünf Jahre. Das hat seinen Spaß am liebevollen Musikmix von feierlich bis peppig, an den vielen eingestreuten Witzeleien und der Tatsache, dass hier die Kleinen mit den Großen auf der Bühne stehen.

Applaus gibt's für Bettina Ullrichs funkelnd schrille böse Königin genauso wie für den sechsjährigen Conrad im Eichhörnchenkostüm, der vor Schneewittchens gläsernem Sarg die schwermütige Melodie von Brahms' "Schwesterlein" auf seiner kleinen Geige fiedelt.

Als Nächstes zeigt Immling in München "Aschenputtel" nach Gioacchino Rossini: 21. Januar, 14 u. 17 Uhr; 22. Januar, 11 u. 14 Uhr. Karten: 0180/504 66 54.

Für die 17-Uhr-Vorstellung am 21. Januar verlosen wir fünfmal zwei Eintrittskarten.

Dazu muss folgende Frage beantwortet werden: "In welcher Stadt ist Rossini geboren?"

Schicken Sie die Lösung

als e-mail an: kultur@merkur.de oder per Postkarte an den: Münchner Merkur/ Kultur, Paul-Heyse-Str. 2-4, 80336 München.

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