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Klaus Maria Brandauer (65) als Dorfrichter in „Der zerbrochene Krug“.

Brandauer begeistert als Dorfrichter in Wien

Wien - In der Kleist-Komödie „Der zerbrochene Krug“ begeistert Klaus Maria Brandauer (65) bei den Wiener Festwochen.

Er improvisiert mit ausladender Mimik haarsträubende Lügengeschichten, äfft seine Widersacher mit Grimassenschneiden nach und kommentiert seine missliche Lage ironisch: Wie Klaus Maria Brandauer die Rolle des Dorfrichters Adam in Heinrich von Kleists Lustspiel “Der zerbrochne Krug“ anlegt, begeisterte das Publikum bei den Wiener Festwochen. Das Gastspiel des Berliner Ensembles unter der Regie von Peter Stein endete am Dienstagabend mit heftigem Applaus und Jubelrufen.

Es handelt sich um eine textgetreue Aufführung in einem traditionellen Bühnenbild und historischen Kostümen. Zu Beginn scharren sogar zwölf lebende Hühner auf der Bühne. “Was aus dem Text nicht herauslesbar ist, was nicht eine gemeinsame, für alle tragbare Interpretation beinhaltet, kann nicht klar werden auf dem Theater“, erläuterte Brandauer gegenüber dem Wiener “Standard“ sein Theaterverständnis: “Wenn Sie Julius Caesar ein Hitler-Bärtchen ankleben, funktioniert es nicht.“

Damit weiß der österreichische Schauspieler Teile des Publikums auf seiner Seite. “Endlich wieder einmal eine ganz normale Aufführung“, seufzte eine Zuschauerin beim Verlassen des Theaters an der Wien.

dpa

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