Brandner Kaspar und radikal jung

- Nun ist es heraus: Alexander Duda ist der neue Brandner Kaspar. In der geplanten Inszenierung des gleichnamigen Stücks durch Christian Stückl am Münchner Volkstheater setzt der Intendant und Regisseur ganz aufs hauseigene Ensemble.

<P>Wer also bislang der Annahme war, Stückl würde sich für die Titelrolle dieser Volkssage ein bayerisches Schauspieler-Kraftpaket als Gast holen, hat geirrt. "Wir machen das mit unseren Leuten hier vom Haus", so der Intendant. Damit dürfte er auch im Rahmen seines schmalen Etats bleiben. Also wird Duda - bislang am Volkstheater zu sehen u. a. als Titus Andronicus und Dr. Schön in "Lulu" - hier den Kaspar geben. Den Boandlkramer spielt einer aus der jungen Darstellergarde, Maximilian Brückner. Dazu Stückl: "Wir wollten keinen alten Tod, denn wir wollten nicht Gefahr laufen, dem Toni Berger nachzuspielen." Und mit dabei sind die Riederinger Musikanten. Premiere ist am 7. April.<BR><BR>Was hat das Münchner Volkstheater noch zu bieten in dieser Saison? Am 28. Mai die Premiere eines Zeitstücks: "Port" von Simon Stephens, das von der Schwierigkeit erzählt, in einem misslichen sozialen Milieu erwachsen zu werden. Regie führt, neu in München, Matthias Kaschig. Darüber hinaus plant Stückl die Inszenierung eines noch zu schreibenden Stücks anlässlich des 200. Geburtstages von Hans Christian Andersen. Da es sich hier um eine Koproduktion mit der Ruhr-Triennale handelt, wird die Premiere erst in Bochum sein, bevor die Aufführung im Spätherbst nach München wandert.<BR><BR>In schönem Gegensatz zum "Brandner Kaspar" setzt Stückl im April ein kleines Festival: "Radikal jung" (16. -24. April). Eigentlich aus der Not geboren, weil sich das Volkstheater keine teuren Regisseure leisten kann, setzte Stückl von Anfang an auf sehr junge, nicht arrivierte. Aus dieser Vorgabe ist die Idee des Festivals entstanden. Mithelfer dabei: Theaterwissenschaftlerin Anke Roeder und Kritiker C. Bernd Sucher.<BR><BR>Nach München eingeladen wurden fünf Inszenierungen, auf die das Etikett "radikal jung" passt. Das sind: "Port" vom Thalia Theater Hamburg, Regie David Bösch; "Jack und Jill" sowie "Dantons Tod, beide vom Schauspiel Frankfurt, Regie Christiane J. Schneider sowie Philipp Preuss; "Don Karlos" vom Deutschen Schauspielhaus Hamburg; Regie Laurent Ché´touane; "Untertagblues" vom Burgtheater Wien; Regie Friederike Heller.<BR><BR>Gastspiele dieser Häuser, betont Stückl, sind nicht zum Nulltarif zu haben, sodass er gezwungen ist, die Kartenpreise für diese Vorstellungen jeweils ein bisschen anzuheben. Das Publikum, hofft er, kommt dennoch. Bislang jedenfalls kann er sich nicht beklagen. Im Vergleich mit den Monaten des Vorjahres ist die Zuschauerzahl um 15 Prozent gestiegen.<BR></P>

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