Brandneue Pflichtstücke

- Aus 51 Ländern hatten sich zum 51. ARD Musikwettbewerb 467 junge Musiker angemeldet. Nach Vorauswahl und Absagen blieben 47 Bewerber für Fagott, 42 für Oboe, 54 für Klavier und 16 Klaviertrios übrig, die sich seit gestern bis 20. September durch die Prüfungsliteratur spielen. Christoph Poppen, seit 2001 künstlerischer Leiter, erwartet sich ein sehr hohes Niveau und daher spannende Ausscheidungsrunden.

<P>Dotiert sind die ersten Preise in den Kategorien Klavier, Oboe und Fagott mit je 10 000 und Klaviertrio mit 20 000 Euro. Neu in diesem Jahr ist, dass für jede Sparte Kompositionsaufträge vergeben wurden, die als Pflichtstücke gespielt werden. Deren Uraufführung würde, so Poppen, theoretisch jeweils dem ersten Kandidaten einer Runde zufallen, die offizielle Uraufführung ist jedoch bei den Abschlusskonzerten, in denen alle vier Werke erklingen werden. Heinz Holliger schrieb für Fagott, Aribert Reimann für Oboe, für Klavier gibt's eine Toccata von Jörg Widmann, und für Klaviertrio komponierte Hans-Jürgen von Bose seine "Musik für K.".</P><P>Zum zweiten Mal wird es heuer das Semifinale mit dem Münchener Kammerorchester geben. Dabei sollen die künstlerisch eigenständigen Qualitäten der jungen Bewerber getestet werden, deswegen wird auch auf einen Dirigenten verzichtet. Gespannt ist Christoph Poppen vor allem darauf, wie die Bläser, die seltener als Streicher oder Pianisten mit dieser Situation konfrontiert sind, damit umgehen. Ebenfalls zum zweiten Mal werden die im letzen Jahr eingeführten Publikumspreise verliehen, die in den Finalrunden überreicht werden. Hierfür kommt das Preisgeld in Höhe von 6000 Euro›51 von der Forberg-Schneider-Stiftung. Grundsätzlich ist man bemüht, zunehmend Sonderpreise beim ARD-Wettbewerb einzuführen, die über die ohnehin gut dotierten, offiziellen Auszeichnungen in Höhe von insgesamt 112 500 Euro hinausgehen. Weiteres Novum: Die neu gegründete Theodor-Rogler-Stiftung vergibt vier Jahresstipendien zu je 6000 Euro. Sie finanziert auch die Sonderpreise für die beste Interpretationen der Auftragskomposition.</P><P>Dorothea Hußlein</P><P>Heute: Oboe, erster Durchgang, Musikhochschule, Carl-Orff-Auditorium, 10 und 15.30 Uhr ; Fagott, erster Durchgang, Musikhochschule, Kleiner Konzertsaal, 10 und 15 Uhr.</P>

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