Frauenleiche in Waldstück bei Kienberg gefunden: Polizei nimmt Sohn fest

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Wer braucht da noch ein Konzept

- Für eventuell anwesende Regisseure muss es ein frustiger Abend gewesen sein. Zwei Sänger, die in ihren Rollen aufgehen, die sie glaubhaft verinnerlicht haben und dabei vokalen Glanz verbreiten - wer braucht da noch ein Konzept?

Funktionieren kann das freilich nur bei Stars à la Barbara Frittoli und José Cura, weltweit als Desdemona und Otello gebucht. Mögen sie auch eine oft erprobte Show abgeliefert haben, und wirkte dabei manches leicht überzeichnet - für Münchens Opernfestspiele war's das genau Richtige: die Fans im Nationaltheater aus dem Häuschen, Ovationen sogar noch, als die Arbeiter bei offenem Vorhang schon das Bühnengerüst abschraubten.

Curas Stimme hat sich merklich verändert. Protzte er früher mit einfarbigem, verhangenem Tenor, hat sein heldisches Organ an Metall und Prägnanz gewonnen. Dass er sich zuweilen im oberen Register mit Sparversionen begnügte, dass manche Phrase mehr hervorgestoßen, deklamiert, gegen Ende auch eher geschluchzt als geformt wurde - geschenkt, Verdi wollte hier schließlich keinen Schöngesang.

Passend auch, dass Cura den Otello zwischen Macho und Softie spielte, ein Hin- und Hergerissener, der schon mal erschrocken zusammensinkt, wenn er seine Angebetete geohrfeigt hat. Die Verletzlichkeit Desdemonas legte Barbara Frittoli dabei mehr in die Stimme als ins (huldvolle) Auftreten. Mit ihren ätherisch flutenden, völlig mühelosen Piano-Momenten dürfte sie derzeit konkurrenzlos sein. Und diese Kunst setzte sie dementsprechend ein - stimmlich das Glanzlicht des Abends.

Vor allem für Desdemonas wehmutsvolles Melos schien sich auch Zubin Mehta am meisten zu interessieren. Die wie hingezauberte Lyrik im letzten Akt: ein Mirakel. Ansonsten offerierte der GMD angemessene Urgewalten, manchmal auch routiniert koordinierten Furor.

Sergej Leiferkus, obgleich dem Fähnrich Jago etwas entwachsen, gab den effektvollen, schneidend singenden Bösewicht, dazu im übrigen Ensemble jede Rolle festspielgemäß besetzt: So etwas passiert der Staatsoper zurzeit ja nicht einmal an Premierenabenden.

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