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Brooke Fraser

Die Kritik

Brooke Fraser: Enttäuschendes Konzert im Backstage

München - Die Neuseeländerin Brooke Fraser war im Münchner Backstage zu Gast. Ihr Konzert war aber wohl ein Missverständnis, denn nach nur einer Stunde war sie schon wieder weg. Die Kritik:

Rekordverdächtig, leider im negativen Sinne: Kurz nach 21 Uhr kommt Sängerin Brooke Fraser, in ihrer neuseeländischen Heimat ein Superstar, am Donnerstag ins Münchner Backstage – und um 22 Uhr ist sie schon wieder weg. Geht gar nicht. Zumal die 31-Jährige in der einen Stunde enttäuscht und die nur mäßig gefüllte Halle nur mäßig in Stimmung bringt.

Sicher, Fraser ist größere Bühnen gewohnt, trotzdem ganz bei sich – und doch fremd: Mit ihrer vierten Platte „Brutal Romantic“ hat sie sich gerade erst brutal neu erfunden, dabei jedoch ihren neuseeländischen Zauber verloren. Statt weiter Natur prasselt nur noch Regen auf die Bühne, statt handgemachter Musik kommt vieles aus der Konserve, statt sanfter Folk-Pop-Weisen geht es in den neuen Songs stark in Richtung experimentell-elegischer Elektro-Pop. Ein Versuch.

Brooke Fraser will hippe Elektro-Sause, die nicht mehr so jungen Zuschauer die alten Hits

Wenn aber der DJ als einziger Begleiter live mit dem Bass die ganze Zeit die Bar zum Rumoren bringt, Frasers wundervolle Stimme fast nur im Hall ertränkt und verfremdet und irgendeinen nicht vorhandenen großen Chor aus den Boxen dröhnen lässt, dann ist das einfach schade. Vor allem, weil dadurch auch ihre alten Pop-Perlen wie „Something in the Water“ verschandelt werden – dieser Song stellt den Rausschmeißer dar. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Brooke Fraser will trotz ihrer fortgeschrittenen Schwangerschaft eine hippe Elektro-Sause, die nicht mehr so jungen Zuschauer zumindest einige ihrer alten Hits im gewohnten Gewand. Selten passt das Publikum so wenig zum Konzert und zum Ort: das Backstage als alternative Partyhochburg. Drinnen Mäntel und Jack-Wolfskin-Jacken, vor der Tür gepiercte und tätowierte Jugendliche im Schlabbershirt. Der Abend ist ein großes Missverständnis.

Marco Mach

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