+
Brooke Fraser

Brooke Fraser in der Münchner Muffathalle

München - Brooke Fraser ist genauso, wie man sie sich dank ihres „There’s Something In The Water“ vorstellt: hübsch, nett, lieb, sympathisch, ohne Ecken und Kanten. Nur ihre Musik, die ist das alles nicht. Ihre Stimme nämlich, die ist einfach sensationell.

Sie kann hauchen, sie kann schmachten. Dann wabert eine gehörige Portion Liebe durch die Münchner Muffathalle, dann passt der fast bis zum Kinn zugeknöpfte Hemdkragen perfekt zu den zuckersüßen, naiv-lieblichen Texten. Zu Klavier oder Gitarre klingt die Stimme der Neuseeländerin mal rauchig, mal klar, mal beides zugleich. Keine Maske, kein Versteckspiel. Gerade wegen dieser unprätentiösen Einstellung umgeht sie Kitsch und Schmalz. Das Publikum dankt es ihr.

Doch Brooke Fraser kann auch anders: kräftig nämlich, und mit Hilfe ihrer Band auch dramatisch. Dann schwingt sie wie eine Rockgöre die braune Mähne und die Gitarre gleich mit, dann kommt Stimmung auf, und man merkt: Nicht nur ihre Band langt gern mal für ein paar flottere Lieder härter zu, auch das Publikum genießt die Abwechslung. Nur kommt das an diesem Abend leider zu selten vor.

Da trifft es sich gut, dass Fraser charmant lächelnd erzählen kann, von ihrer Vorliebe für Blut und Verletzungen. Das überrascht, heitert auf, bringt Stimmung – auch wenn sie in Deutschland die Halle noch nicht ganz voll bekommt. Sie kann also vieles. Nur leise sein, darauf hat sie offenbar keine Lust. Das passt auch trotz ihrer ruhigen, sanften Ausstrahlung nicht zur Stimme – was dem Ganzen nur zugutekommt.

Angelika Mayr

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Das Münchner Volkstheater wird unbeschreiblich weiblich
München - Das Volkstheater lädt neun Inszenierungen zur 13. Auflage seines Regie-Festivals „Radikal jung“ nach München ein. Das erwartet die Besucher vom 28. April bis …
Das Münchner Volkstheater wird unbeschreiblich weiblich
Two Door Cinema Club: Die können wiederkommen
München - Am Donnerstagabend waren die Nordiren von Two Door Cinema Club in der Tonhalle in München. Sie wussten, was die Fans wollten. Eine Konzertkritik.
Two Door Cinema Club: Die können wiederkommen
Trauer um den bayerischen Welt-Bildhauer
München - Für das World Trade Center in New York schuf er die Skulptur „Sphäre“, im Münchner Olympiapark erinnert seine Arbeit „Klagebalken“ an die bei den Olympischen …
Trauer um den bayerischen Welt-Bildhauer
Michael Wollny: Pianist mit Hang zum Horror
Deutschlands Jazz-Hoffnung Michael Wollny improvisiert in München die Filmmusik zum Kinoklassiker „Nosferatu“. Die Faszination für das Unheimliche zieht sich durch …
Michael Wollny: Pianist mit Hang zum Horror

Kommentare