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Brooke Fraser

Brooke Fraser in der Münchner Muffathalle

München - Brooke Fraser ist genauso, wie man sie sich dank ihres „There’s Something In The Water“ vorstellt: hübsch, nett, lieb, sympathisch, ohne Ecken und Kanten. Nur ihre Musik, die ist das alles nicht. Ihre Stimme nämlich, die ist einfach sensationell.

Sie kann hauchen, sie kann schmachten. Dann wabert eine gehörige Portion Liebe durch die Münchner Muffathalle, dann passt der fast bis zum Kinn zugeknöpfte Hemdkragen perfekt zu den zuckersüßen, naiv-lieblichen Texten. Zu Klavier oder Gitarre klingt die Stimme der Neuseeländerin mal rauchig, mal klar, mal beides zugleich. Keine Maske, kein Versteckspiel. Gerade wegen dieser unprätentiösen Einstellung umgeht sie Kitsch und Schmalz. Das Publikum dankt es ihr.

Doch Brooke Fraser kann auch anders: kräftig nämlich, und mit Hilfe ihrer Band auch dramatisch. Dann schwingt sie wie eine Rockgöre die braune Mähne und die Gitarre gleich mit, dann kommt Stimmung auf, und man merkt: Nicht nur ihre Band langt gern mal für ein paar flottere Lieder härter zu, auch das Publikum genießt die Abwechslung. Nur kommt das an diesem Abend leider zu selten vor.

Da trifft es sich gut, dass Fraser charmant lächelnd erzählen kann, von ihrer Vorliebe für Blut und Verletzungen. Das überrascht, heitert auf, bringt Stimmung – auch wenn sie in Deutschland die Halle noch nicht ganz voll bekommt. Sie kann also vieles. Nur leise sein, darauf hat sie offenbar keine Lust. Das passt auch trotz ihrer ruhigen, sanften Ausstrahlung nicht zur Stimme – was dem Ganzen nur zugutekommt.

Angelika Mayr

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