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Bruce Springsteen wurde in München gefeiert.

57.000 Fans begeistert

Bruce Springsteen im Oly: Er ist und bleibt "der Boss"

München - Der "Boss" gab sich in München die Ehre. Bruce Springsteen wurde am Freitagabend im Olympiastadion von 57000 Fans begeistert gefeiert.

Das Ende von „The River“ zum Beispiel. Wie Bruce Springsteen da die Essenz des todtraurigen Textes summend in ein fast stimmloses Wehklagen fasst und dann in einem düsterem Mundharmonikapart auflöst, das ist nicht einfach ein bewegender Augenblick in einem Rockkonzert. Das ist Kunst. Und die 57 000 Menschen im Münchner Olympiastadion spüren das, instinktiv stimmen sie ein, teilen den Schmerz, die Hoffnung, das Gefühl dennoch nicht aufgeben zu dürfen. Sogar ganz oben auf den Rängen, die so weit sind, dass man nur ahnen kann, wer von den Typen auf der Bühne eigentlich Springsteen ist. Das ist das Erfolgsgeheimnis des mittlerweile 66-jährigen „Boss“.

Er spielt nicht einfach nur seine Hits runter, er lebt seine Musik, seine Texte und zwar in jedem einzelnen Augenblick mit einer Leidenschaft, die ihresgleichen sucht. Vor „Johnny 99“ vom legendären Album Nebraska hatte Springsteen das Publikum bereits endgültig zu Komplizen seiner Mission gemacht. „Mann, war das kalt hier letztes Mal. Ich habe mir den Hintern abgefroren. Und der Regen erst. Und der Wind!“

Bruce wandert durch die Menge, holt ein Mädchen nach oben

Bruce Springsteen erinnert sich also an den apokalyptischen Maiabend 2013 als er trotz frostiger fünf Grad und Sintflut die Menge an selber Stelle ins Delirium spielte. Viele waren damals dabei und sie feiern die Erinnerung daran in dem Moment wie Veteranen den Jahrestag eines Sieges. Springsteen braucht das, dieses Vertrauen, die Hingabe. Er funktioniert wie bei einem Dynamo. Je mehr Energie man ihm gibt, desto heller strahlt er.

Wie immer folgt die Dramaturgie des Abends dieser Notwendigkeit und so spielt der Boss eben nicht so wahnsinnig viele Lieder des „River“- Albums von 1980 um das es auf dieser Tour angeblich geht, sondern stromert fröhlich durch alle Phasen seines Werkkatalogs. Er wandert durch die Menge, holt ei n kleines Mädchen nach oben, das „Waiting on a sunny day“ singt, stimmt zwischendrin das bittere „41 Shots“ an, in dem er schon vor 17 Jahren rassistische Polizeigewalt angeprangert hatte und es geht alles zusammen. Sogar der eher mittelgute Sound stört da nicht weiter. Springsteen hat uns glücklich gemacht. So wie jedes Mal. Keine Ahnung woher er seit Jahrzehnten die Kraft, das Herzblut dafür nimmt. Der Typ kann nicht von dieser Welt sein. Nächstes Mal sind wir wieder dabei. Und danach wieder. Solange wir atmen. Und der Boss es auf die Bühne schafft.

Zoran Gojic

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