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Mit Rechten reden

Streitschrift: Wie mit AfD-Sympathisanten umgehen?

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„Mit Rechten reden“ ist eine Streitschrift über den Umgang mit AfD-Sympathisanten. Sie nähert sich dem Thema mit Logik, Polemik und Ironie. An diesem Donnerstag ist Buchvorstellung in München.

München - Bei der Bundestagswahl wurde mit 12,6 Prozent die AfD, eine nationalkonservative bis völkisch-rechtsextreme Partei, drittstärkste Kraft. Mit denen muss man jetzt irgendwie umgehen, nicht nur im Berliner Parlament, wo niemand neben ihnen sitzen möchte, sondern überall im Land. Nur wie? Die Aufregung auf der Frankfurter Buchmesse, als es Tumulte um den Auftritt von Björn Höcke gab, war nur ein Vorgeschmack auf Dinge, die noch kommen werden.

Die Buchvorstellung im Bellevue di Monaco konnten Interessierte via YouTube.com mitverfolgen Klicken Sie hier auf den Link.

Mit Rechten reden - Ein Leitfaden von Per Leo, Maximilian Steinbeis, Daniel-Pascal Zorn Autoren sind anwesend. Moderation: Alex Rühle (Süddeutsche Zeitung) anschließend Diskussion mit Miriam Heigl (Fachstelle für Demokratie)

Der Titel des schmalen Bandes, der mal eher Ratgeber, mal eher Besinnungsaufsatz ist, klingt wie eine Empfehlung: „Mit Rechten reden“. Beim Lesen wird aber schnell klar, dass die Verfasser, der Schriftsteller und Historiker Per Leo, der Jurist Maximilian Steinbeis und der Philosoph Daniel-Pascal Zorn, nicht zur allgemeinen Verbrüderung mit Neonazis aufrufen. Sie nähern sich dem Thema mit Logik und Dialektik, auch mit etwas Polemik und Ironie. Vorsichtig tasten sie sich heran, analysieren Argumentationen und brechen mit vermeintlichen Wahrheiten.

Sachlichkeit statt Dauer-Empörung

Es geht ihnen in ihrer Streitschrift in erster Linie darum, die Probleme aufzuzeigen, die bei einem solchen Versuch des Dialogs mit Rechten entstehen können – und wie man sinnvoll und ohne Hasstiraden weiterkommt. Soll man mit denen überhaupt sprechen? Mit welcher Intention? In welchem Rahmen findet ein solcher Gedankenaustausch statt? Vor Publikum oder mit einem Parteikader wird eine Unterhaltung anders ablaufen als mit dem Typen vom Fußballverein, der beim Bier danach plötzlich mit „Reichsbürger“-Begeisterung auffällt. Statt der üblichen Dauer-Empörung suchen die Autoren eine sachliche Auseinandersetzung und empfehlen beispielsweise, bei Diskussionen einfach mal nachzufragen, warum man dieser oder jener Ansicht zustimmen solle. Dadurch gerät man in einen anderen Gesprächsmodus und findet womöglich Positionen, die sich gegenseitig nicht nur in Schach halten und letztlich blockieren. Das Im-Gespräch-Bleiben ist den Autoren am wichtigsten: Demokratie lebt von der Auseinandersetzung, „vom Streit, von Rede und Gegenrede, nicht nur von Bekenntnissen und moralischer Zensur“. 

Ulricke Frick

Maximilian Steinbeis, Per Leo, Daniel-Pascal Zorn:
„Mit Rechten reden. Ein Leitfaden“. Klett-Cotta, Stuttgart, 184 Seiten; 14 Euro.

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