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Waldemar Hartmann im deutschen Trikot der Fußball-Weltmeisterschaft 1954.

Buchkritik

Buchkritik: „Born to be Waldi“

München - Süffiger mag nur ein Weißbier sein: In seinem vor Anekdoten schäumenden Buch „Born to be Waldi“ erzählt Waldemar Hartmann „Live aus dem Studio des Lebens“.

Das mit dem Studio des Lebens, wie es etwas beschönigend im Untertitel heißt, stimmt allerdings nicht ganz. Denn aus einem solchen hätte „Weißbier-Waldi“ sicher nicht viel Berauschendes zu erzählen. Nicht umsonst heißt der Sportjournalist Waldemar Hartmann auch „Duz-Maschine“, und seine mitunter feucht-fröhlichen Erzählungen stammen eher von den plattgeballerten Fußball-Rasenflächen, von den mannschaftsnahen Erste-Klasse-Flügen und aus den übrigen VIP-Bereichen des Lebens.

Was man im Münchner Lustspielhaus live als kabarettistisches Abendprogramm verfolgen kann (wir berichteten), ist jetzt in dem von unserem Mitarbeiter Jörg Heinrich aufgezeichneten Taschenbuch nachzulesen. Inklusive aller Waldi-typischen Kalauer und Zoten. Nicht jedes der munter dahingeplauderten Kapitel ist so stark wie das über den Fast-Absturz mit dem damaligen „Titanen-Frischling“ Oliver Kahn bei der Heimkehr von der Fußball-WM 1994 in den USA. Oder wie die Phänomenologie der Spielerfrau, in der das typische Ökosystem aus Schmuck- oder vormals Nageldesignerin, Teleshopping-Moderatorin und Spielerfrau-Model erläutert wird. Vom massenmedial gepflegten Spezltum, das Hartmann gerne vorgeworfen wird, profitiert er hier: Die sanft-ironisch zugespitzten, aus nächster Nähe erlebten Geschichtchen machen Spaß, weil sie so hemdsärmelig – oder kurzhosig – daherkommen. Übrigens spart der Sport-Entertainer weder mit Senderkritik, wenn es um die ARD, noch mit Selbstkritik, wenn es um seinen „Weichspül-Waldi“-Eklat beim WM -Viertelfinale 1998 geht. Eine nette Lektüre für Momente, in denen sich auf dem Rasen und im VIP-Bereich gerade mal nicht viel tut.

Waldemar Hartmann: „Born to be Waldi“

Heyne Verlag, München, 192 Seiten; 8,95 Euro. Lustspielhaus: 20.8 und am 27.9. um 20.30 Uhr.

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