Bühnen-Chefin wirft hin

Deutsches Theater: - Andrea Friedrichs, seit Oktober 2005 Geschäftsführerin des Deutschen Theaters, wirft das Handtuch. War bis vor kurzem noch über eine Verlängerung ihres Zwei-Jahres-Vertrags spekuliert worden, bahnt sich nun ein geradezu überstürzter Abschied an: Schon zum Monatsende will Friedrichs die Leitung des Hauses abgeben.

"Frau Friedrichs ist sehr stark befasst mit ihrer Produktionsfirma ,La Belle’", hieß es dazu aus dem Deutschen Theater. Da die Vorbereitung auf die Produktion "Robin Hood" anstehe, habe sie um vorzeitige Beendigung ihrer Verpflichtung gebeten. Friedrichs selbst war zu einer Stellungnahme nicht erreichbar.

Bürgermeister Hep Monatzeder, Aufsichtsrats-Vorsitzender des Theaters, bestätigt den Fall. "Ich habe ein Schreiben bekommen, in dem sie mich bittet, den bis Ende 2007 laufenden Vertrag vorzeitig aufzulösen", sagte er auf Anfrage dieser Zeitung. Er könne Friedrichs‘ Gründe verstehen und werde ihr "einen Auflösungsvertrag anbieten". Der Aufsichtsrat sei mit der Arbeit der Theaterchefin zufrieden gewesen. Eine Gefahr für das Haus sieht Monatzeder in dem raschen Abschied aber nicht: "Das Deutsche Theater ist ein Team und wird als Team weiter funktionieren", sagte er. "Wir werden deshalb nichts übers Knie brechen." Die Stelle werde ausgeschrieben, die Entscheidung treffe der Stadtrat. "Normalerweise dauert so etwas ein halbes Jahr", so Monatzeder.

Zu Spekulationen, Kritik an der Programm-Auswahl habe Friedrichs zum Abschied bewogen, wollte Monatzeder nicht Stellung nehmen. Aus Aufsichtsrats-Kreisen war Unmut darüber laut geworden, dass auffällig oft Produktionen von Friedrichs‘ eigener Firma "La Belle" den Weg auf die Bühne des Deutschen Theaters gefunden hätten. Dahinter steckt der unausgesprochene Verdacht, die Geschäftsführerin könne private und dienstliche Interessen vermengt haben. 

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