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Christian Stückl: Das Werk „Joseph und seine Brüder“ ist im Sommer im Passionstheater zu sehen, außerdem der „Brandner Kaspar“ als Gastspiel (22., 23. Juli) und ein Max-Raabe-Konzert (12. August).

Die Bühnen-Narrischen

Oberammergau - „Joseph und seine Brüder“: Christian Stückl stellte den Plan für ein Festival in Oberammergau vor.

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„Wir müssen raus aus dem Zehn-Jahres-Denken“, begeistert sich Christian Stückl in seiner Funktion als Regisseur des Oberammergauer Passionsspiels (alle zehn Jahre!) bei der Pressekonferenz im Münchner „Volksgarten“ neben seinem Volkstheater. Bei diesem Engagement für 2011, das nach der Anstrengung der Passion 2010 schier atemberaubend anmutet, wird er unterstützt von Bürgermeister Arno Nunn. Aber wohl nicht so recht vom heimischen Gemeinderat, dafür umso mehr von den Spielern: „I hab rumgfragt, ob wer näxts Jahr mitspuin dad“, und nicht 95, sondern 100 Prozent der Laiendarsteller hätten zugesagt, erzählt Stückl. Er leitet seit 1990 die Passionsspiele und hat seit der Zeit auf stetige Verjüngung der Truppe gedrängt.

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Um außerdem den Gemeinderat zufriedenzustellen, habe man eine GmbH gegründet. Die Kommune stellt kostenlos das Passionstheater zur Verfügung und gibt das Startkapital. Der Entschluss, gleich 2011 durchzustarten, kam schnell – und noch schneller sollte ein Stück präsent sein und die Werbung gleich anlaufen. Denn die Oberammergauer Bühnen-Narrischen haben mittlerweile nicht ab und an eine Aufführungsserie wie „König David“ oder „Jeremias“ im Auge, sie wollen ein Festival. Es werde aber nicht „aus dem Boden gestampft“, vielmehr solle es ruhig wachsen, so Christian Stückl. Dabei sei wichtig, „dass wir uns darauf konzentrieren, was wir sind: eines der größten Laientheater der Welt.“

Bundespräsident Wulff bei Passion in Oberammergau

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Unter diesem Gesichtspunkt hat der Spielleiter dann nach einem Stück gesucht und stieß auf die Dramenversion „Joseph und seine Brüder“ von John von Düffel nach Thomas Manns gigantischer Roman-Tetralogie (1933 bis 1943). Aber diese Fassung sei für Profi-Schauspieler und einen kleineren Bühnenrahmen tauglich, erklärt Stückl, aber nicht für die Oberammergauer und ihr großes Haus. Immerhin will der Regisseur ja 300 Personen in Szene setzen – und Tiere natürlich auch. Also erstellt Stückl seine eigene Fassung. „I schreib. Was rauskommt, weiß i no gar net“, bekennt er. Ebenso gehe es Komponist Markus Zwink. Ausstatter Stefan Hageneier ruft selbstironisch in die Runde, sein Bühnenbild werde keinesfalls blau (wie bei der Passion).

Stückl seinerseits will sich auf die vielen Abenteuer konzentrieren, die Joseph zu bestehen hat. Der Stoff aus dem Alten Testament sei jedem irgendwie bekannt, vom Verrat der Brüder bis zu der Intrige von Potiphars Weib: „Irgendwann habe ich mich in die Geschichte verliebt“, sagt der Intendant, der im Augenblick seine ganze Kraft auf die Inszenierung der „Dreigroschenoper“ von Brecht fürs Volkstheater (Premiere: 22. Januar) bündelt. Beim „Passionstheater“ jedoch, so der bisherige Name des Festivals im Ei-Stadium, „wollen wir uns in den nächsten Jahren um Mythologien kümmern“. Es muss nicht immer die Bibel sein.

Informationen:

Premiere am 15. Juli, insgesamt acht Vorstellungen. Vorverkauf ab sofort bei Münchenticket 089/ 54 81 81 81, www.passionstheater.de

Von Simone Dattenberger

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