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Der "Haardrocker" Bülent Ceylan.

Blitze, Böller, Bässe

Bülent Ceylan in der Olyhalle: Wandlungsfähiger "Haardrocker"

München - Vor Weihnachten wollen nochmal alle großen Comedians nach München: Vor Mario Barth rockt Bülent Ceylan mit einer haarigen Show die Bühne.

Vorweihnachtliches Kräftemessen der Stadion-erfahrenen Comedystars in München: Bevor Mario Barth am Freitag die Bühne der Olympiahalle entert, rockt sie am Donnerstag bereits Bülent Ceylan. Blitze, Böller, Bässe – dann steht er da im Schottenrock. „Haardrock“ heißt sein nicht mehr ganz neues Programm. Trotzdem schafft es der langhaarige Metal-Fan die nicht ganz ausverkaufte Halle zu begeistern. Mit Spontanität und Interaktion. Großartig, als Ceylan Zuschauer mit der Kamera einfängt und ihnen Sätze in den Mund legt. Der 39-Jährige nimmt in Kaya-Yanar-Manier wirklich alle auf den Arm und vergisst dabei sich, seine Heimatstadt Monnem und sein Vaterland Türkei nicht. Auch Terroristen nicht. Er entlarvt so gekonnt Vorurteile. Er zeigt sich gewohnt wandlungsfähig, hat all seine „Wilden Kreatürken“ wie Hausmeister und Hitler-Verschnitt (krass) Mompfreed dabei. Egal, das mehrmals das Niveau zu tief in den Keller rutscht. In eine wohl vom Fernsehen geprägte Tiefganglosigkeit. Zotig wird‘s, wenn Ceylan etwa „Männerfürze“ „Frauenschleichern" gegenübergestellt. Oder offenbart, dass er öfter unter der Dusche pinkelt: „Wer jetzt nicht krank im Kopf ist, der kommt nicht mehr mit.“ Ein Vorgeschmack auf sein neues Programm „Kronk“ im Frühjahr. Zumindest bemüht er sich um kindgerechte Formulierungen, holt zwei Jungs zum Headbangen auf die Bühne. Er zeigt sich teils sogar nachdenklich, menschlich, wenn er erklärt, was Freundschaft wirklich bedeute. Nach zweieinhalb Stunden verabschiedet er sich mit einem „Hipp hipp (er) – Hurra (alle), Sieg (er) – heil (alle!)“ und fängt diesen Test schnell mit einem Anti-Nazi-Song im Rammstein-Stil zum Mitgrölen auf. Wie gesagt: teils krasses Kino. Haardrock eben.

Marco Mach

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