Bunte Mischung

- Eine junge, attraktive Schwedin eröffnet 1974/75 direkt neben dem Gärtnerplatztheater ein Dance Center. Und sehr schnell wird Jessica Iwanson Münchens Modern-Dance-Pionierin. Ihre Ausbildungsstätte, inzwischen "Iwanson Schule München" genannt, ist jährlich Wunschziel zahlreicher Studenten. Die Iwanson ist mehr als ausgelastet, aber als absoluter Freiluft-Mensch ist sie mit "Perspektiven 2" natürlich auch auf der Münchner Bundesgartenschau.

<P>Jetzt Buga, früher Auftritte auf dem Marienplatz, 1982 Eröffnung der IGA im Westpark, ein Ferienhaus auf dem schwedischen Insel-Paradies Sandham mit nur 150 Einwohnern und Autoverbot. Und Wind, Wasser, Eis, Sand als Sujets.<BR><BR>Iwanson (lacht herzlich): Stimmt. Obwohl - letzthin nicht. "Zeitfenster" ist ein Beziehungsstück und mein jüngstes Solo die Charakterstudie einer Frau. Die Premiere war im "tanzSpeicher würzburg". Am 26. und 27. Oktober tanze ich es nochmals in der Pasinger Fabrik.<BR><BR>Auf der Buga sind zwölf Choreographen beteiligt, darunter Ihre langjährige Jazz-Expertin Regine Blum, Katja Wachter und Augsburgs Tanzchef Jochen Heckmann. Und wirklich 63 Tänzer?<BR><BR>Iwanson: Ja, es sind Ausbildungsschüler des ersten, zweiten und dritten Jahres. Sie sind alle so gut, deshalb nehme ich sie alle mit. Die Buga-Arena ist ja auch riesig - für 1000 Leute. Die werden natürlich kommen und gehen, wie sie wollen. Deshalb machen wir nur Stücke von sechs, höchstens acht Minuten. Bunt gemischt zwischen Modern, Jazz und HipHop.<BR><BR>Auftritte als Schulprogramm?<BR><BR>Iwanson: Ja, drei große pro Jahr. Am 11. Juni sind wir auch wieder im Künstlerhaus am Lenbachplatz, beim traditionellen Sommerfest der Kunsthochschulen. Alle zeigen etwas, Theaterakademie, die Film-, Mode- und Musikhochschule.<BR><BR>Ihre ISchM, wenn auch privat, funktioniert seit langem ja auch als Modern-Dance-Akademie.<BR><BR>Iwanson: Darauf habe ich sehr hingearbeitet, einen dreijährigen Ausbildungsplan mit sechs Prüfungen entwickelt. Jetzt bewerben sich Studenten von überall her, letzthin sogar aus Japan und der Ukraine. Man hat so natürlich eine bessere Auswahl. Und was mich freut, ist, dass ehemalige Studenten nach ihren Tänzer-Erfahrungen als Pädagogen zurückkommen. Dadurch entsteht eine Kontinuität. <BR><BR>Was wird unterrichtet?<BR><BR>Iwanson: Früher gab es nur die Modern-Dance-Techniken von Graham, Cunningham und Limó´n. Der zeitgenössische Tanz ist jedoch weit vielfältiger. Ich versuche, neben meiner Basistechnik eine Offenheit zu bewahren, habe regelmäßig ganz verschiedene Gastlehrer, meistens Choreographen, die ihre eigene Handschrift entwickelt haben und die dann für uns auch Stücke entwerfen. Die letzten vier Monate des Semesters wird auf eine Vorstellung hin geprobt. Dadurch entsteht schon so eine Art Junior-Compagnie.<BR><BR>Tanz, eine lebenslange Kunst?<BR><BR>Iwanson: Meine Mutter und meine Tante tanzten, hatten beide Schulen, in denen ich schon mit zwei Jahren angefangen habe. Meine Großtante in Amerika ist 87, tanzt immer noch in einer Show, in der alle über 60 sind (zeigt ein Glamour-Foto von ihr im Palm-Spring-Follies-Kostüm!). Sie schreibt mir immer, ich solle auch so lange machen! </P><P>Das Gespräch führte Malve Gradinger </P>

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