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Das Holi-Festival kommt auch nach München.

Farbiges Spektakel

Buntes Festival in München: Worum geht's da eigentlich?

München - Tausende Teilnehmer bewerfen sich bei der Konzertreihe mit buntem Pulver und tanzen zu Elektromusik. Wir klären die wichtigsten Fragen zum Holi-Festival, das auch nach München kommt.

Zu Elektromusik zaubern Tausende Menschen bunte Farbkleckse in die Luft. Bei der Konzertreihe „Holi Festival of Colours“ wird aus einer alten indischen Tradition eine westliche Party. Rund 10 000 Teilnehmer tanzen beim Auftakt der bundesweiten Konzertreihe am Samstag in Böblingen bei Stuttgart und verteilen Farbpulver in der Luft.

Deutschlandweit finden 14 bunte Festivals statt (nach Böblingen am 13.6 in Leverkusen sowie Leipzig, 4.7. Dresden, 11.7. Gießen, 12.7. Gelsenkirchen, 18.7. Frankfurt, 25.7. Saarbrücken sowie Berlin, 1.8. München, 8.8. Hamburg, 15.8. Karlsruhe sowie Dortmund und 29.8. Mannheim). Insgesamt sind laut neuesten Angaben des Veranstalters Konzerte in 20 Staaten geplant. Einige Antworten auf Fragen dazu:

Welche Musik erwartet die Teilnehmer beim Konzert?

Die Festivalbesucher sollen elektrisiert werden. Das Line-up der Electronic-Dance-DJs wechselt bei den verschiedenen Konzerten. Bekannte Künstler wie K-Paul und Moguai sind dabei. Unter anderem treten Newcomer wie Pitto und Tessy auf. Neben Elektromusik gibt es aber auch Mashup-Musik mit ein wenig Hip-Hop-Einfluss, sagte Pressesprecher Maxim Derenko von Holi Concept.

Ist das Farbpulver gesundheitsschädlich?

Bunt, bunter, Holi-Pulver. Den Puder gibt es in kleinen Tüten zu kaufen. Bei den Konzerten werden diese zerrissen und in die Luft geworfen. Das bunte Spiel sei nicht gesundheitsbedenklich, sagte Derenko. „Es wird in Deutschland hergestellt und besteht zu mehr als 99 Prozent aus Maismehl und dazu Lebensmittelfarbe.“ Ein Sprecher des Pulverherstellers Hirams Trade sagte, dass es der Kosmetikverordnung entspreche. Größere Mengen sollten jedoch nicht eingeatmet werden. Eine Sprecherin des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit rät, das Pulver nicht ins Gesicht zu werfen. Die Sprecherin rät, als Schutz zumindest Mund- und Nasentücher sowie Sonnenbrillen zu benutzen.

Welche Standorte wurden für die Konzerte ausgewählt?

Die Standorte des Festivals bieten Platz für Tausende Musikbegeisterte - und meist auch Grünflächen. Beim Auftakt in Böblingen findet das Konzert auf einem ehemaligen Flugplatz mit einer großen Grünfläche und einem 860 Meter langen See statt. In Berlin wird am 25. Juli das Reiterstadion am Olympiapark bunt, in München bekommt die Galopprennbahn am 1. August Farbtupfer ab. Die Bühne der Konzertreihe wurde unter anderem durch die Bühnenbauer des weltweit bekannten Tomorrowland-Festivals gestaltet.

Wie ist das Festival entstanden?

Die Idee zum „Festival of Colours“ hatte Gründer Jasper Hellmann, nachdem er 2011 im nordindischen Delhi selbst bei einem traditionellen Holi-Fest dabei war. Die Konzertreihe begann 2012 mit Festivals in Berlin, Dresden, Hannover und München. In den folgenden Jahren weitete der Veranstalter Holi Concept die Reihe auf Standorte in Europa und schließlich weltweit aus.

Worum geht es beim indischen Holi-Fest?

Das traditionelle hinduistische Fest der Farben wird im Februar oder März in Indien und Nepal begangen. Beim Holi-Fest wirken vor allem zwei mythische Geschichten: Mit großen Freudenfeuern wird zum einen der Sieg des Guten über einen Dämonen gefeiert. Zum anderen ist es ein Fest der Liebe, sagte Karin Polit, Ethnologin an der Universität Heidelberg. Der Legende nach soll der Gott Krishna auf der Suche nach seiner Geliebten Radha gewesen sein. Seine Mutter half ihm und malte Radha Farbe ins Gesicht, damit der Gott sie erkennen konnte. „Beim Holi-Fest gehen Jungs und Männer umher und schmieren Frauen als Zeichen der Verbundenheit und Zuneigung Farbe ins Gesicht“, sagt Polit. Regional gebe es aber sehr viele verschiedene Traditionen. Vor allem unter Jugendlichen sei das Bewerfen mit Farbpuder beliebt.

dpa

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