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Bushido

Bushidos Grotesker Kinderfasching

München - Bushido ist der der böse Bube der Rap-Szene in Deutschland. Im Münchner Zenith blieb er fast harmlos - am Ende provozierte er aber doch den Deutschen Meister.

Krasse Provokation vom bösesten Rapper Deutschlands. Am Ende hält Bushido eine Ansprache: „Ey ihr seid Deutscher Meister! Jetzt zeigt mal ein bisschen Respekt!“ Und dann zieht er sich, so hat er es einem befreundeten Kicker versprochen, vor all den buhenden Bayern-Fans ein Stuttgart-Trikot über. VfB, krass, Alter – klar, dass er da „vorher Pipi in der Hose“ hatte.

So war das Konzert harmloser als gedacht. Nur halb voll ist das riesige Zenith im Münchner Norden, Mädels mit viel Make-Up und wenig Stoff am Leib, Jungs mit Migrationshintergrund und Muskelhemden. Aber: Es wird geraucht. Gelten etwa doch andere Gesetze, als wenn hier Popdarling Mika auftritt?

Nein. Auch die Fans wissen eben nicht anders zu provozieren. Friedlich johlen sie, als Bushido mit seinen Co-Rappern Kay One und Nyze hervorspringt und mit „Vom Bordstein zur Skyline“ eröffnet. Schlagzeug, Bass und Synthesizer liefern wummernden Sound. Bushido wirbelt ein Handtuch, das war’s an Show. Dafür sitzen die Gesten, die Verse und die großen Töne.

Kernaussage: Ihr könnt mir nix erzählen. Bushido dagegen erzählt viel: von Berlin, seinem Vater, Leben im „Ghetto“. Das explizit frauenbeschimpfende Feld überlässt er aber Kay One mit „Style & das Geld“ und preist lieber seine „Hymnen“ aus „Zeiten ändern Dich“ an: Seit Bernd Eichingers Kinofilm wähnt sich der erfolgreiche 31-Jährige endgültig im Höhenflug und tourt zum Soundtrack nun ausgedehnt durchs Land.

Von einem indes erzählt der gebürtige Anis Ferchichi nicht: vom Urteil des Hamburger Landgerichts, das belegt, wie unoriginell er ist. Weil er Melodien geklaut hat, muss ein Dutzend seiner CDs eingestampft werden. Er kokettiert nur damit, dass er einen Song vom Album „Carlo Cokxxx Nutten 2“ nicht spielen darf. Ansonsten ruft er penetrant oft, dass „Münschen“ die „coolste Stadt“ sei. Die Mädels kichern: „Der ist so geil!“ – völlig gaga, als hätte er sie nie mit dem S-, dem N-, dem F-Wort bezeichnet.

Von 19.20 bis 20.20 Uhr geht der groteske Kinderfasching, plus Fußball-Rede, plus Zugabe „Alles wird gut“. Zum Schluss trällert die Halle „Für immer jung“, das Bushido einst mal mit Karel Gott sang. Genau: Fehlt eigentlich nur noch „Biene Maja“.

von Christine Ulrich

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