Die Carmen als Mitbringsel

- "Endlich wieder München. Ich freue mich riesig." Dagmar Manzel atmet auf. Ist glücklich über ihren Auftritt an den Kammerspielen. Nach ihrer hoch gelobten Darstellung in Jon Fosses "Traum im Herbst" kehrt die Schauspielerin morgen - wenn zunächst auch nur einmalig - nach München zurück. "Ich bin ein Wesen leichter Art", behauptet sie da in ihrem bereits andernorts heftig bejubelten "Theaterliederabend".

<P>Wer Dagmar Manzel hauptsächlich aus ihren Filmen ("Nachbarinnen" läuft derzeit in den Münchner Insel-Kinos) oder Fernsehspielen kennt, wird kaum wissen, dass sie auch eine grandiose Sängerin ist. Aus ihrer Lust am Lied ist einst dieser Abend geboren, der schon vor fünf Jahren an Manzels Stammhaus, dem Deutschen Theater Berlin, Premiere hatte.</P><P>Manzel: "Ich hatte dort bereits einen musikalischen Abend - zusammen mit dem Countertenor Jochen Kowalski. Der sagte immer zu mir: Du musst einen eigenen machen, du kannst das." So also hat sie sich getraut. Hatte den Mut, ihre Idee umzusetzen: "Es sind alles Lieder von Bühnenrollen - von Gretchen bis zu Orpheus, von der Salome bis zur Gerolstein. Es ist eine Liebeserklärung ans Theater."</P><P>Längst gibt es diesen Abend auch auf CD, die die Schauspielerin zusammen mit ihren Musikern unter Leitung von Uwe Hilprecht so ziemlich in Eigenregie aufgenommen hat: "In nur einer Nacht", wie die Vielbeschäftigte gesteht.<BR>Warum kommt sie erst jetzt damit nach München? Es lag wohl zu einem früheren Zeitpunkt keine Einladung vor. "Jetzt aber habe ich eine Musikagentin, die diesen Abend gezielt anbietet." </P><P>Außerdem stünde das Schauspielhaus sonst leer, denn das Kammerspiele-Ensemble gastiert derzeit beim Berliner Theatertreffen. Mittlerweile wird Dagmar Manzel an anderen Bühnen nicht mehr nur als Schauspielerin umworben, sondern ebenso als Sängerin. In der Komischen Oper Berlin singt sie "Sweeney Todd", im Deutschen Theater "Die Großherzogin von Gerolstein", bei den Wiener Festwochen 2006 "La Périchole". </P><P>"Manchmal, wenn ich so verkorkste Klassiker-Aufführungen sehe, denke ich, da kann man das Theater auch gleich lassen", sagt sie. "Vielleicht sollte ich überhaupt nur noch Musikalisches machen." Man wird aufhorchen: Für ihren Münchner Liederabend hat sie, freilich nur als Zugabe, schon mal die "Carmen" vorbereitet.</P><P>Natürlich bedeutet das ernsthaft nicht den Abschied von der Schauspielerei. Im nächsten Frühjahr spielt Dagmar Manzel in Berlin die Ranjewskaja im "Kirschgarten". Und bis dahin ist sie filmisch bestens ausgelastet.<BR></P>

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