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Peter Gaymann glücken in der Corona-Krise täglich Trostpflaster-Cartoons

Dieser Cartoonist tröstet Sie!

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Peter Gaymann glücken in der Corona-Krise täglich Cartoons, die Trost spenden.

Sie besitzen ein Smartphone? Sie haben lustige (im ungünstigen Fall: sich für lustig haltende) Freunde? Na dann viel Spaß in den kommenden Wochen. „Die vielen Videos und Fotos, die sich über Corona amüsieren und gerade per Handy hin und her geschickt werden, zeigen, wie sehr die Menschen sich nach humorvoller Ablenkung sehnen“, sagt Peter Gaymann.

Gaymann, Cartoonist, 69, zur Kategorie „tatsächlich lustig“ gehörend, liefert diese Ablenkung jetzt jeden Tag. Kostenfrei via Internet unter gaymann.de und auf der Instagram-Seite petergaymann. Er tut das, weil auch er seinen Teil zum Überstehen dieser Phase mit ungewissem Ausgang beitragen möchte („Etwas Entspannung reinbringen – selbst wenn nur für ein paar Minuten.“); und ein bisschen für sich selbst. Denn mag der Zeichner zwar in der günstigen Situation sein, von daheim aus weiter arbeiten zu können, kommt ihm ein wenig Struktur im neuen Tagesablauf doch ganz gelegen.

Wie Corona unser aller Alltag beeinflusst, spießt Peter Gaymann (links) in seinen Zeichnungen mit viel Liebe fürs Detail auf.

Jeden Nachmittag setzt er sich also hin, in seinem Atelier im Haus am Land südlich von München, skizziert ein halbes Stündchen, koloriert ein halbes Stündchen – schon ist er fertig, der nächste „Trostpflaster-Cartoon“. So nennt Gaymann die mit viel Liebe fürs Detail, viel Wärme, viel Charme, vor allem: mit großem Sinn für Witz und Ironie gestalteten Zeichnungen. Ein Teenager, der auf die Frage, was er mal werden wolle, antwortet: „Irgendwas mit Virologe.“ Oder ein Hahn (denn für die gezeichneten vermenschlichten Hähne ist Gaymann berühmt), der einen bis oben mit Weinflaschen gefüllten Einkaufswagen vor sich herschiebt. Verschmitztes Lächeln im Gesicht, dazu die Sprechblase: „Klopapier ist aus!“

Wie Corona unser aller Alltag beeinflusst, spießt Peter Gaymann (links) in seinen Zeichnungen mit viel Liebe fürs Detail auf.

Ein richtig guter Cartoon holt den Betrachter in seiner Lebenswirklichkeit ab. Insofern hat Gaymann gerade leichtes (Farben)Spiel: Corona betrifft alle. „Zurzeit fliegen mir die Ideen zu. Wenn ich Zeitung lese, fernsehe, Radio höre, mit anderen diskutiere. Alle denken irgendwie an das Gleiche.“ Für einen genauen Beobachter wie ihn, der bei seiner Sicht auf die Welt immer eine Humor-Brille aufzuhaben scheint, ein gefundenes Fressen.

„Cartoons müssen menschenfreundlich sein“

Doch gibt es bei Corona, einer Pandemie, die tausende Opfer fordert, nicht auch ein Schluss mit lustig? „Humor ist gerade in tragischen Situationen ganz wichtig. Ein Rettungsanker“, sagt Gaymann. Auch deshalb setzt er sich als Vorstandsmitglied des Vereins Forum Humor für die Entstehung eines Humormuseums in München ein. Und engagiert sich für Projekte, die Demenzkranke oder Kinderhospize unterstützen. Mit Zeichnungen, die diese eigentlich niederschmetternden Bereiche berühren. Wie das gelingt? „Ich versuche, die Dinge immer sehr menschenfreundlich darzustellen. Man darf das Leid anderer nicht benutzen, um einen Gag loszuwerden.“ Nur dann könnten Cartoons zu einem echten Trostpflaster werden. Heilsames Pusten inklusive.

Mehr von Peter Gaymann:
Sein Buch „Typisch Bayerisch“ ist gerade erschienen – erhältlich unter www.genialokal.de, einem Verbund lokaler Buchhändler.

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