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Bis 24.2. treiben die Cats ihr Unwesen im Westend

Die Musical-Kritik

Cats in München: Putziger Katzen-Abend

München - Es ist Nacht, es ist Vollmond – und auf dem Schrottplatz ist wieder maunzender Jellicle-Ball angesagt: die Kritik zum Cats-Musical im Zelt an der Westendstraße.

Menschenscharen eilen ins Cats-Zelt an der Westendstraße. Andrew Lloyd Webbers 1981 in London uraufgeführtes Musical wurde bis heute schon in über 30 Ländern vor über 65 Millionen Zuschauern gespielt, mit Preisen überschüttet – mittlerweile ist die Show einfach Kult. Aber auch die schnurrliebsten Katzen kriegen graue Schläfen …

Es ist alles wie vor 32 Jahren: Die aus Rädern, Röhren und Auto-Metallabfall entworfene düstere Wrackkippe, wo die Stuben- und die Straßen-Tiger sich zur Wahl des Katzenhimmel-Kandidaten versammeln: Rum Tum Tugger, Alt-Deuteronimus, Mungojerrie und Rumpleteazer, der riesige vornehme Bustopher Jones, die über-pummelige Gumbie. Ja, die zotteligen, kunstvoll abgewetzten, geflickten Kostüme und die hinreißend verwuschelten Perücken haben Designerwert.

Und ja, es gibt sehr gute Darsteller wie Yngve Gasoy Romdal, der seinem Asparagus einen abgelebten Theaterkatzen-Charakter verleiht. Es gibt ebenso gute Stimmen, allen voran Masha Karell, die als gealterter Ex-Star Grizabella zu Recht am Ende im Himmelsfahrstuhl aufsteigen darf. Mit ihr bekommt die Geschichte auch einen Moment der Rührung. Ansonsten geht es in den insgesamt zweieinhalb Stunden des Musicals mit einigen tänzerischen und musikalischen Wiederholungen sehr putzig zu.

Regisseur Trevor Nunn und Choreografin Gillian Lynne haben im Jahr 1981 sehr gute Arbeit geleistet. Verwöhnt von der enormen Entwicklung des Tanzes seitdem, beäugt man jetzt diese Mixtur aus jazzigem Hüftrotieren und klassischem Vokabular – es sei denn, Jack Allen federt sie mit einer wahren Mistofeles-Grandezza aufs Katzenparkett.

Die Texte, immerhin Gedichte des legendären T. S. Eliot, gehen manchmal in der Lautstärke des Orchesters unter.

M. Gradinger

Noch bis zum 24. Februar, Theaterzelt am U-Bahnhof Westendstraße (Linie 4), Kartenbestellung unter Telefon 0 18 05/20 01.

So wirkt Musik auf unseren Körper

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