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Zum Stillhalten verdammt: Christian Stückl in seinem Krankenbett im Klinikum Garmisch-Partenkirchen.

Beinbruch: Stückl ist ans Bett gefesselt

München - Der Volkstheater-Intendant Christian Stückl hat sich in Oberammergau das Wadenbein gebrochen – seine Horváth-Premiere wird nun verschoben.

Der Winter macht auch vor Bayerns Kulturschaffenden nicht Halt. Prominentestes Opfer derzeit ist wohl Christian Stückl. Den Theatermacher und Intendanten des Münchner Volkstheaters hat es in seinem Heimatort Oberammergau sauber gebeutelt: Der 51-Jährige war am vergangenen Sonntag auf einer Eisplatte ausgerutscht und hat sich dabei das rechte Wadenbein gebrochen. Noch in der Nacht auf Montag wurde er im Klinikum Garmisch-Partenkirchen operiert. Läuft die Genesung weiter nach Plan, kann Stückl das Krankenhaus voraussichtlich morgen wieder verlassen.

Das vielleicht Schlimmste für den umtriebigen Theatermann: Er ist zum Nichtstun verdammt. Und das, obwohl er doch aktuell am Volkstheater an seiner Inszenierung von Ödön von Horváths „Geschichten aus dem Wiener Wald“ arbeitet – unter anderem mit den Schauspielern Jean-Luc Bubert, Ursula Maria Burkhart und Pascal Fligg. Durch den Krankenhausaufenthalt des Regisseurs wurde nun der Probenplan derart durcheinandergewirbelt, dass die Premiere vom 16. März auf den 25. März verschoben werden muss. Bereits gekaufte Premierenkarten müssen an den jeweiligen Vorverkaufsstellen zurückgegeben oder umgetauscht werden.

„Grausig“ sei das Gefesseltsein ans Bett, gibt Stückl im Gespräch mit unserer Zeitung zu. „Doch immerhin habe ich gestern keine einzige Zigarette geraucht.“ Die Nachricht klingt für alle, die den Chef der Oberammergauer Passionsspiele kennen, wie ein Wunder. Ansonsten geht es dem Theatermacher nach eigenen Angaben „ganz gut“.

Vor seiner Operation wurde Stückl durch eine Rückenmarkspritze unter Teilnarkose gesetzt („die untere Hälfte des Leibes“). Die Ärzte setzten zur Stabilisation des gebrochenen Wadenbeins eine Metallplatte ein – für etwa ein Jahr.

Aufgrund der Verschiebung der Horváth-Premiere müssen am Münchner Volkstheater allerdings die Vorstellungen von „Moses“ und „Felix Krull“ am 22. März sowie von „Dantons Tod“ am 23. März ersatzlos gestrichen werden. Bereits gekaufte Karten können an der Theaterkasse zurückgegeben werden.

Matthias Bieber

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