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Der Vertrag von Christian Thielemann bei der Staatskapelle Dresden geht vorerst bis 2019.

Vertragsverhandlungen mit der Staatskapelle Dresden

Thielemann zu Dresdner Gerüchten: „Ein Winterloch“

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Dresden - Laut Medienberichten stocken die Vertragsverhandlungen von Christian Thielemann und der Staatskapelle Dresden. Dafür wurde bei den Salzburger Osterfestspielen bis 2020 alles klargemacht.

Eigentlich sollte der Vertrag schon im Dezember unter Dach und Fach gebracht worden sein. Den Monat hat Christian Thielemann im privaten Gespräch mehrfach genannt. Doch noch immer ist nicht klar, ob der Dirigent seine Amtszeit bei der Staatskapelle Dresden über 2019 hinaus verlängert. Die „Bild“-Zeitung will nun erfahren haben, dass die Verhandlungen ins Stocken geraten seien. Streitpunkt sei unter anderem die Freizeitregelung auf den vielen Tourneen des Orchesters: Thielemann reklamiere einen Pausentag nach jedem Konzert für sich.

Schon vor einiger Zeit, so ist aus Dresden zu hören, hat sich die Flitterwochenstimmung zwischen dem Maestro und der Staatskapelle verflüchtigt. Es gibt Orchestermusiker, die sich bestens mit dem manchmal schwierigen Chef verstehen – und andere, die seinen persönlichen Umgang rundweg ablehnen. Thielemann selbst kann sich, nachdem ein Wechsel zu den Berliner Philharmonikern bekanntlich gescheitert ist, wohl eine Zeit ohne Chefposten vorstellen. Offenbar liegen einige Anfragen großer Opernhäuser und Orchester vor, für genügend Gastierverpflichtungen wäre also gesorgt. Unter anderem übrigens an der Wiener Staatsoper: Wie zu hören ist, wurden dort für die nächsten Jahre einige Projekte vereinbart, unter anderem 2019 eine prominent besetzte „Frau ohne Schatten“ mit Nina Stemme und Jonas Kaufmann in der Regie von Alvis Hermanis – zum 150. Geburtstag des Hauses und 100 Jahre nach der Uraufführung der Strauss-Oper. Mit den Wiener Philharmonikern kommt Thielemann bestens zurecht. Schon einmal gab es Avancen der Österreicher. Thielemann hatte das Angebot dem Vernehmen nach abgelehnt, weil er eine Art Chefdirigenten-Amt bei den Philharmonikern wollte. Das Problem nur: Das selbstverwaltete Ensemble wehrt sich gegen einen solchen Posten.

Von Thielemanns Dresdner Ergebnissen hängt auch die Zukunft der Salzburger Osterfestspiele ab. Laut Peter Ruzicka, geschäftsführender Intendant, wurden die Verträge von Thielemann und seiner Dresdner Staatskapelle bis 2020 verlängert. In diesem Jahr wird an der Salzach der 50. Geburtstag des einstigen Privatfestivals Herbert von Karajans gefeiert – mit einer Wiederbelebung jener „Walküre“, die 1967 den Start dieser Festspiele markierte.

Für den Dresdner Posten, das berichtet „Bild“, sei unter anderem Franz Welser-Möst im Gespräch. Der ist zwar bis mindestens 2022 Chef des Cleveland Orchestra, hat aber nach dem überstürzten Rückzug von der Wiener Staatsoper keinen Musiktheater-Posten. Sollte diese Vereinbarung klappen, wäre der Österreicher für die Bayerische Staatsoper aus dem Rennen – was manch einer sogar begrüßen würde. Thielemann selbst mochte sich zu den angeblichen Dresdner Problemen nicht äußern. Per Mail ließ er lediglich wissen: „Winterloch. Wir verhandeln bereits.“

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