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Wenn Claudia Koreck das Fernweh packt, bastelt sie sich einfach einen Papierflieger und träumt sich davon. Auf ihrer neuen CD vereint sie Heimat- und internationale Klänge.

Neues Album und demnächst beim Münchner Sommernachtstraum

Claudia Koreck: Sie hat noch einen Koffer in der Welt

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Am 29. Juli steigt wieder der Münchner Sommernachtstraum im Münchner Olympiapark. Mit dabei auch Claudia Koreck, die gerade ihr neues Album veröffentlicht hat.

Nein, das bayerische Örtchen Hallabruck hat nichts mit New York gemein. Statt Wolkenkratzer Einfamilienhäuser, statt Central Park Kuhwiesen, statt Hudson River fließt die Traun. Kein Wunder, die US-amerikanische Metropole liegt zehn Fliegstunden weit entfernt vom Traunsteiner Idyll. Für Claudia Koreck nicht. Die 31-Jährige bastelt einfach Papierflieger und lässt sich rübertragen. In der Fantasie ist alles möglich. Da wird aus „Hallabruck“ „Hallabrooklyn“, und die große, weite Welt ist plötzlich ganz nah.

In der Brust der 2009 durch Stefan Raabs Bundesvision Song Contest deutschlandweit bekannt gewordenen Sängerin schlugen immer schon zwei Herzen. Das eine für die bayerische Heimat, für die bairische Sprache, die Berge, das Ländliche. Aus diesem Herzen heraus sang sie damals bei Raab das Lied „I wui, dass du woaßt“, mit dem sie den Freistaat vertrat. Doch dann ist da noch das andere Herz, das manchmal so laut pocht, dass sie nicht anders kann, als die Koffer zu packen und hinauszuziehen in die Welt. Praktischerweise spielt ihr Mann Gunnar Graewert in ihrer Band. Und so schnappen sie sich immer mal wieder ihre Reisetaschen und fliegen fort. Nach Hawaii zum Beispiel oder New York, dem Sehnsuchtsort.

Weg vom Etikett „bayerische Mundartsängerin“

„Das klappt sehr gut, weil wir viel Unterstützung von meinen Eltern haben“, erzählt die leidenschaftliche Musikerin. „Während wir unterwegs sind, sind meine Eltern für die Kinder da. Die freuen sich wie verrückt, weil sie die Kinder abgöttisch lieben“, erzählt sie lächelnd. Durch diese „ganz tollen Großeltern“ gelängen die kleinen Fernweh-Löscher. Und wenn sie sich dann wieder ausgelebt, Konzerte gespielt, andere Musiker kennengelernt hat, „dann kann ich auch wieder guten Gewissens meinen Hausfrau-Tätigkeiten nachgehen“, sagt sie augenzwinkernd.

In solchen Momenten entstehen Lieder wie „Another beautiful Day“, eins der neun ihres gerade erscheinenden neuen Albums. Während in Paris der Terror wütete, waren Koreck und ihr Mann am Pazifischen Ozean, an einem ganz und gar friedlichen Ort, „wo alles noch ursprünglich ist. Da hab ich gedacht: Wie wäre es, wenn diese Leute, die alle so verrückt sind, nicht da wären? Wie wahnsinnig friedlich dieser Planet sein könnte“, erinnert sie sich. Zurück in der Heimat wurde aus demselben Song das Lied „Himmel so nah“.

Denn das ist der Clou der neuen Platte: Koreck, die von Fantasie beflügelte Bayerin, hat alle neun Lieder zweimal eingespielt. Eine Version auf Englisch, eine auf Bairisch. Das Etikett „bayerische Mundartsängerin“, das man ihr gern anheftet, das passt ja eigentlich nicht. „Viele Leute stellen sich unter dem Begriff etwas vor, was sie gar nicht hören wollen, was so ein bisschen die Klischees bedient. So wird man gleich in der Provinz verortet, egal, welche Art von Musik man macht“, sagt sie. Mit der anderen Sprache kämen andere Gedanken, man könne ganz anders umgehen mit den Wörtern. Und tatsächlich sind da ja noch viel mehr Einflüsse als das Bayerische. Folk, Blues, Pop. Mit Gitarrist Robbie McIntosh, Schlagzeuger Aaron Sterling, Bassist Sean Hurley und E-Gitarrist David Levita, die allesamt für internationale Größen von John Mayer bis Alanis Morissette gearbeitet haben, nahm sie das Album in Los Angeles auf. Es hätte auch ihr Studio in München sein können. Denn wenn sie vor dem Mikro steht, die Gitarre in der Hand, ist der Ort egal. Mit Musik ist sie überall zu Haus.

Das Konzert

Claudia Koreck kommt am 29. Juli zum Münchner Sommernachtstraum in den Münchner Olympiapark. Karten: 089 / 54 81 81 81.

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