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Joe Cocker

Auftritt in der Olympiahalle

Joe Cocker startet Deutschland-Tour in München

München - Nicht jung, nicht schön, nicht cool, nicht hip – aber einfach nur gut. Joe Cocker, der große Überlebende des Rock, hat in der ausverkauften Olympiahalle 10.000 Fans glücklich gemacht.

Und zwar jeden einzelnen von ihnen. Keiner ging enttäuscht, denn das Joe-Cocker-Maschinchen schnurrte bestens geölt wie eh und je. When The Night Comes, und Joe Cocker singt – was soll da schiefgehen?

„I Come In Peace“, versicherte Old Joe gleich zu Beginn – und wer will daran zweifeln, dass er in friedlicher Mission unterwegs ist? Seit sich Cocker vor 30 Jahren fürs Überleben entschieden hat, erschreckt er keinen mehr. Und dass ihn auf den Tribünen der Oly 17-Jährige ebenso feiern wie 70-Jährige – es hat mit Qualität zu tun.

Vier zünftige Brunftschreie, wooooooooaaaah, bei „With A Little Help“: Das geht noch bald 45 Jahre nach seiner Version des Ringo-Songs, der zum Cocker-Song wurde. An der einen oder anderen Stelle wackelt er, zum Beispiel bei „You Are So Beautiful“. Er steht dazu, und jeder verzeiht es ihm gerne, mit 68. Zudem leisten die beiden Chor-Ladys prächtige Unterstützung, die Band ist vom Feinsten, die Bühne mit ihrer Heizstrahler-Deko sparsam, aber edel. So wie alles an diesem Abend.

Gravitätisch und gelassen schiebt Cocker sein Bäuchlein über die Bühne. Das Altern hat er eingestellt, er macht jetzt einfach weiter, immer weiter. Selbst die ältesten Hadern wie „Up Where We Belong“, vom Radio bis zum Verderben totgenudelt, klingen live immer noch erhebend. Dass die großen Hits alle „nur“ Coverversionen sind? Egal. Hier gilt, mehr denn je: It’s the singer, not the song. Die Callas hat ihre Arien auch nicht selbst geschrieben.

Jörg Heinrich

So wirkt Musik auf unseren Körper

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