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Will die öffentliche Debatte anstoßen: Martin Moszkowicz, Chef der Constantin Film, schlägt vor, in München ein Premierenkino mit einem Konzertsaal zu vereinen.

Interview mit Constantin-Chef Martin Moszkowicz

„Eine perfekte Lösung ist machbar“

München - Blockbuster und Musikgrößen unter einem Dach? Constantin-Chef Martin Moszkowicz spricht im Interview über die Idee, ein Premierenkino und einen Konzertsaal zu kombinieren.

Zuletzt war es ruhiger geworden in der Debatte um einen neuen Konzertsaal für München. Nun dürfte die Diskussion neu in Fahrt kommen. Denn am Rande des Filmfests hat sich Martin Moszkowicz, Chef der Constantin Film, mit dem Vorschlag zu Wort gemeldet, einen Konzertsaal und ein Premierenkino unter einem Dach zu vereinen. In unserem Gespräch erläutert der Produzent diese Idee.

Sie haben angeregt, auf der Münchner Museumsinsel ein Premierenkino, das auch das Filmfest nutzen könnte, mit einem Konzertsaal zu kombinieren...

Die Idee ist nicht neu und auch nicht von mir. Es gibt in München wunderbare Kinos – es fehlt aber eine rundum perfekte Premierenlocation. Viele große Festivalkinos überall in der Welt werden heute mehrfach genutzt.

Das Kuratorium des Deutschen Museums hat den Standort Museumsinsel für einen Konzertsaal allerdings abgelehnt.

Vielleicht wäre das Kuratorium bereit, seine Entscheidung vor dem Hintergrund eines Multifunktionssaals noch einmal zu überdenken.

Haben Sie bereits mit dem BR-Symphonieorchester gesprochen?

Nein, ich habe den Vorschlag bisher vor allem in der Filmbranche besprochen.

Inwieweit ist die technische Ausstattung eines Kinos und eines Konzertsaals vergleichbar?

Es gibt hier ganz unterschiedliche Anforderungen. Mit moderner Technik und entprechender Konzeption ist aber eine perfekte Lösung für beide Nutzungen machbar.

Sehen Sie die Constantin als Bauherrin, wenn ein solches Vorhaben realisiert werden würde?

Nein, wir sehen uns hier in einer Reihe mit den Interessen der anderen Münchner Filmfirmen und der gesamten bayerischen Filmbranche.

Wäre die Constantin bereit, einen solchen Bau zu finanzieren?

Diese Frage stellt sich nicht. Wir bauen keine Kinos und wir haben auch keine Ambitionen als Kinobetreiber.

Wer sollte dann einen solchen Saal betreiben? Wer legt etwa fest, wann welche Veranstaltungen, Proben und so weiter stattfinden?

Eine Betreibergesellschaft ist wahrscheinlich die beste Form, um die unterschiedlichen Belegungsinteressen abzuwägen und den Saal zu betreiben.

Mit welchem Zeitplan gehen Sie das Projekt an?

Mir war wichtig, dass wir erst einmal eine öffentliche Diskussion zu dem Thema anstoßen.

Das Gespräch führte Michael Schleicher.

Mariss Jansons’ Stellungnahme

Mariss Jansons ist Chefdirigent des BR-Symphonieorchesters. Zum Vorschlag von Constantin-Chef Martin Moszkowicz sagt er: „Selbstverständlich fände ich es gut, wenn ein exzellentes neues Konzerthaus in München auch einen repräsentativen Rahmen für Film-Galas bieten könnte. Ich bin selbst ein Filmliebhaber und kann mir gut vorstellen, einmal einen Stummfilm mit Live-Musik zu präsentieren, etwa im Rahmen des Filmfests. Natürlich müssten Akustiker und Techniker prüfen, wie der Saal in einen adäquaten Raum für eine Filmvorführung umgewandelt werden kann und dabei keine Kompromisse hinsichtlich Akustik und Nutzbarkeit für Proben und Konzerte eingegangen werden müssen.“

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