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Sie kann ihren Namen boxen: Constanze Lindner.

Premierenkritik

Zum Tränenlachen schön

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München - Constanze Lindner feierte mit "Jetzt erst mal für immer" ihre bejubelte Premiere.

Wer hat das Glück, beim Metzger eine gute Fee zu treffen? Und wer quartiert diese Fee bis auf Weiteres bei sich ein, weil er zwei Wünsche versemmelt hat und bezüglich des dritten und letzten vollkommen ratlos ist? Es kann sich eigentlich nur um Constanze Lindner handeln, die Frohnatur vom Dienst, die alle Schicksalsschläge, alle großen und kleinen Macken weglacht und wegschmust. „Jetzt erst mal für immer“ heißt ihr neues Programm, das jetzt in der Münchner Lach- und Schießgesellschaft seine bejubelte Premiere hatte.

Wegschmusen ist wörtlich zu nehmen, die Kabarettistin herzt sich durchs Theater, flirtet mit Männern (nicht nur) in der ersten Reihe, reißt die Arme hoch, strahlt heller als das Rampenlicht, in dem sie steht. So muss man werden, so muss man sein, wenn man den eigenen Vater nicht kennt, als Zwergerl im „Gewaltkindergarten“ war und die Mutter „so der Beifahrertyp“ ist („Brems doch!“).

Eine herrlich schräge Biografie hat sich Lindner auf den kurzen Leib skizziert (Co-Autoren: Alexander Liegl und Michael Altinger), ihr Spielraum ist ein großes Haus, dessen Bewohner sie im schönen, schnellen Wechsel vorführt (Regie: Gabi Rothmüller).

Und hier erweist sich die Komikerin einmal mehr als begnadete Verwandlungskünstlerin, die mit wenigen Mitteln wunderbare Figuren erschafft. Da ist die feurige, feierwütige Slawin mit dem leicht unslawischen Namen Viktoria Witschbopp, da ist die militante Oma, Königin der Kreuzworträtsel und Schwiegertochterschreck – und auch die prollige Fee (es handelt sich übrigens um die Gschwendner Marion) hat ihre großen Auftritte.

Die Krönung ist jedoch die selbsternannte „Comedykanone“ Cordula Brödke, eine Ritterin von der traurigen Gestalt mit Strickmütze, Brille und vorstehenden Zähnen. Zum Tränenlachen schön, wie dieses Mauerblümchen nach Liebe lechzt und zwischendurch „zaubert“ – mit unerschütterlichem Mut zur Katastrophe. Hochzeitsnächte in der Nussknackersuite, losgelassene Tiger und steckenbleibende Treppenlifte – zum Ende hin tritt Lindner (entgegen dem mütterlichen Rat) noch fester aufs Gas. Ihre Spontanität und Energie, kombiniert mit den hochkomischen Texten, beseelt ihr Publikum. Macht es sozusagen wunschlos glücklich.

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