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ZZ Top begeisterten ihre Fans in der Münchner Olympiahalle.

Alt aussehen als Markenzeichen

Die Coolness der Gandalf-Bärte: So war die Bluesrock-Party mit ZZ Top in München

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Einen unschlagbaren Vorteil haben die drei Herren, die da lässig auf die Bühne der ganz manierlich gefüllten Olympiahalle schlurfen: Ja, sie sind in die Jahre gekommen, und sie sehen auch so aus. Aber sie sind ZZ Top.

Alt aussehen ist gewissermaßen das Markenzeichen der „little old band from Texas“. Sie wurde erst im MTV-Zeitalter richtig groß, und das lag sicher nicht nur an den Synthesizern, mit denen sie ihren Bluesrock jetzt aufgepumpt hatte: In den Videos erst bemerkte man die unfassbare Coolness von Gandalfbärten, die synchron zum stoischen Gitarrenboogie schwingen. Dazu billige Sonnenbrillen, schöne Autos, schnelle Frauen. Und Billy Gibbons knurrte den Blues und knetete die Saiten.

Die Musik ist simpel und im Grunde sehr alt

Es hat sich nichts geändert. Das Trio entert die Halle zu „Got me under pressure“: Gibbons und Bassist Dusty Hill mit nikotinweißer Gesichtsbehaarung und nikotinweißen Hüten, Drummer Frank Beard ist entgegen seinem Namen rasiert. Die Musik ist simpel und im Grunde sehr alt, lässt sich mühelos zurückverfolgen zu Bluesern wie John Lee Hooker und Lightnin’ Hopkins. Es braucht auch nicht viel, um sie in Szene zu setzen: Zwei Boxentürme stehen rechts und links, sonst nichts. Es braucht allerdings schon Können und Showtalent, um damit ein Riesenpublikum zu begeistern. Aber Gibbons und Hill könnten diese Menge wohl um den Finger wickeln, selbst wenn sie nur ein paar Maultrommeln dabei hätten. Und das im Tempo zweier Landschildkröten.

Mit „Thank you“, „Waitin’ for the bus“ und „Jesus just left Chicago“ lassen sie es gemütlich angehen – „Gimme all your lovin’“ und „Pearl necklace“ ziehen das Tempo an. Das Publikum beginnt langsam locker zu machen – für volle Stimmung bei Klassikern wie „La Grange“, „Sharp dressed man“, "Legs" und „Tush“. „Are you having a good time?“, ruft Gibbons. Darauf kann er Gift nehmen.

Als die Party endlich in Gang gekommen ist, spielen sie „Jailhouse Rock“. Und dann – ist Schluss. Nach einer Stunde und zwanzig Minuten. Schon ein bisserl fad, denkt man, als man ins Saallicht blinzelt. Aber mei: Sind halt nicht mehr die Jüngsten.

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