Countdown für Monrose, Cicero und Kunze beim Grand Prix

Musik: - Hamburg - Deutschlands Grand-Prix-Konkurrenten starten in die heiße Phase: Für Monrose, Roger Cicero und Heinz Rudolf Kunze beginnen in Hamburg die letzten Proben vor dem Vorentscheid am Donnerstag (8. März).

"Alle Kandidaten sind sehr ambitioniert", meint Jan Schulte-Kellinghaus, Unterhaltungschef beim zuständigen Norddeutschen Rundfunk (NDR). "Kunze packt zunehmend das Grand-Prix- Fieber. Die Band Monrose ist sowieso fest entschlossen, in Helsinki zu singen. Und Cicero ruft die Besucher bei seinen Konzerten auf, ihren Kindern das Handy wegzunehmen, damit er alle Stimmen auf sich vereint." Der Sieger tritt beim Eurovision Song Contest am 12. Mai in Finnland an.

Erneut gehen nur drei Kandidaten ins Rennen, doch deren Songs könnten unterschiedlicher kaum sein. Die "Popstars" Monrose starten mit der Ballade "Even Heaven Cries", "Mr. Swing" Cicero singt mit Big-Band-Sound "Frauen regier'n die Welt" und Rock-Poet Kunze meint augenzwinkernd "Die Welt ist Pop". Wichtig sei die große Bandbreite musikalischer Stilrichtungen, betont Schulte-Kellinghaus, "damit die Zuschauer eine wirkliche Auswahl haben". Zudem habe man auf aktuelle Nummer-Eins-Interpreten gesetzt. "Cicero war die Entdeckung des Sommers, Monrose die Entdeckung des Winters und Kunze ist seit fast 30 Jahren im Geschäft und weiß, wie man Hits macht."

Als Favorit im Wettstreit um die Stimmen, die die ARD-Zuschauer per Anruf oder SMS abgeben, gelten die ProSieben-Castingshow-Gewinner Monrose ("Shame"). Die Anhänger von Senna (27), Bahar (18) und Mandy (16) seien es gewöhnt, für ihre Band abzustimmen, betont Moderator und Grand-Prix-Kenner Thomas Hermanns. "Deshalb heißt es auch für die Fans der beiden anderen Acts: Lernt die Wahlwiederholungstaste zu lieben!" Auch der NDR-Unterhaltungschef betont, dass die Monrose-Mädchen viele junge Fans locken. "Am Donnerstag sind wir auf einen ganz anderen Ansturm als im Jahr zuvor eingestellt", sagt er.

Nach Gracias letztem Platz im Finale 2005 war das Konzept erneuert worden. 2006 erwies sich die Show mit höherer Einschaltquote (5,28 Millionen Zuschauer/Marktanteil 16 Prozent) als Erfolg. Die Gewinner Texas Lightning mit Olli Dittrich am Schlagzeug sicherten das Interesse der deutschen Öffentlichkeit am Finale in Athen, auch wenn am Ende nur Platz 15 heraussprang. Dafür wurde ihr "No No Never" zum Charterfolg für die Country-Musiker, die beim Vorentscheid Favoritin Vicky Leandros besiegt hatten. "An Favoriten glaube ich seit dem letzten Jahr nicht mehr", sagt der Grand-Prix-Chef. "Wenn die Performance nicht stimmt, ist der Zuschauer gnadenlos - das macht die Sache so spannend."

Deshalb könnte in der Live-Show, in der die Kandidaten auch die Grand-Prix-Klassiker "Merci Chérie" (Kunze), "Zwei kleine Italiener" (Cicero) und "Wunder gibt es immer wieder" (Monrose) präsentieren, der 50-jährige Kunze von seiner Erfahrung profitieren. Er selbst glaubt nicht an eine Chance gegen eine "Casting-Band, die gerade akut in den Charts ist". Ziel der Monrose-Sängerinnen ist das Finale, sie "wollen den Pokal nach Deutschland holen". Doch auch Cicero (36) wird ein Sieg zugetraut. "Die einen trumpfen mit Jugend, der andere mit Erfahrung - ich habe beides", sagt er. Im ARD-Talk "Beckmann" treffen die Kontrahenten an diesem Montag (23.00 Uhr) erstmals im TV aufeinander.

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