Dänischer Mohammed-Karikaturist protestiert gegen Stopp von US-Roman

Kopenhagen - Der wegen einer Mohammed-Karikatur mit dem Tod bedrohte Karikaturist Kurt Westergaard hat gegen die Nichtveröffentlichung eines Mohammed-Romans durch den US-Verlag Random House protestiert.

Der dänische Zeichner sagte der Nachrichtenagentur Ritzau in Kopenhagen am Dienstag: "Leider gibt hier einer der ganz großen Verlage klein bei. Das verheißt nichts Gutes."

Random House, eine Tochter des Bertelsmann-Konzerns, hatte in der vergangenen Woche den Roman "Das Juwel von Medina" ("The Jewel of Medina") der Journalistin Sherry Jones über eine Frau des Propheten Mohammed kurz vor der geplanten Veröffentlichung zurückgezogen. Das Unternehmen begründete seinen Schritt damit, dass das Buch "die Gefühle von Muslimen verletzen und auch Gewaltakte von Fanatikern auslösen kann".

Protestiert hat gegen diese Entscheidung unter anderem der britische Schriftsteller Salman Rushdie. Er wurde wegen seines Romans "Die Satanischen Verse" jahrelang mit der Ermordung durch islamistische Fundamentalisten bedroht. Westergaard sagte zum Stopp des Romans: "Die Fanatiker haben gewonnen, wenn wir zurückweichen." Der Däne musste wegen seine Mohammed-Karikatur in der Zeitung "Jyllands-Posten" längere Zeit untertauchen. Nach Überzeugung des Geheimdienstes PET planten Islamisten seine Ermordung.

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