Eine Simulation der neuen Frontseite des Alpinen Museums, das 2023 fertig gestellt sein soll.
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Hereingewandert! Das Alpine Museum möchte sich zur Stadt hin öffnen – deshalb wird der Eingang nach vorne, zur Isar hin verlegt. Diese Simulation zeigt, wie die Frontseite des Hauses 2023 ausschauen soll.

Ein neues Zuhause für alle Bergfreunde: die Renovierungspläne des Alpinen Museums

Das Alpine Museum in München: Bergglück mitten in der Stadt!

  • Katja Kraft
    vonKatja Kraft
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Und dann gibt es Tage, da nützt auch die beste Ausrüstung nichts. Der Berg ruft – doch man mag nicht aufi. In zwei Jahren geht man in solchen Momenten lieber eini. Ins Alpine Museum München, das dann nach umfänglicher Renovierung wiedereröffnet sein soll.

Das Architekturbüro Michael Feil aus Regensburg hat sich bei der Ausschreibung für das Projekt durchgesetzt. Sie haben sich einen ganz schönen Marsch vorgenommen – aber das Ziel leuchtet schon verheißungsvoll in der Ferne wie das Gipfelkreuz beim Blick aus dem Tal. Im Sommer 2023, so der Plan, wird mit einem großen Fest der Neustart gefeiert. So laut und bunt, dass es jeder mitbekommt. Denn das ist ja das Hauptproblem des Museums auf der Praterinsel: Kaum einer kennt es.

„Am wichtigsten war uns, dass die Sichtbarkeit des Hauses verbessert wird“, betont Josef Klenner, Präsident des Deutschen Alpenvereins (DAV). Das Alpine Museum ist das Aushängeschild des Vereins, doch von den rund 1,4 Millionen Mitgliedern waren die wenigsten schon einmal darin zu Besuch. Selbst Münchner Bergfreunde ziehen achtlos daran vorbei. Die Fassade ist zwar hübsch, doch wenig einladend. „Wir werden deshalb den Eingang auf die Vorderseite, hin zur Stadt verlegen“, erklärt Michael Feil. Einkehren von jedermann überaus erwünscht.

Wie auf der Hüttn: Sämtliche Möbel innerhalb des Museums werden aus Holz aus dem Alpenraum gefertigt. Von den Bibliotheksräumen aus kann man in den Garten schauen.

Die Besucher können die vergrößerten Schau-Flächen im ersten und zweiten Geschoss künftig entweder über eine breite Treppe oder – endlich barrierefrei – mit dem neuen Aufzug erreichen. Immer im Fokus bei den geplanten Ausstellungen: das Verhältnis von Mensch und Natur. Oder man geht über das zentrale Foyer direkt in die Bücherei, übrigens die größte Alpenbibliothek, die es gibt auf der Welt. Da kann man es sich dann auf den Möbeln, die allesamt aus Holz aus dem Alpenraum gefertigt werden, mit Bergliteratur und Karten gemütlich machen. Und beispielsweise die nächste große Tour planen, den prächtigen Garten durch die Fenster im Blick. Berghüttn-Charme mitten in der Stadt.

Auch der Festsaal im Obergeschoss soll, zur Stadtseite hin vergrößert, wiederbelebt werden. Die bemalte Decke aus den Fünfzigerjahren wird wieder freigelegt. Auch hier lohnt der Blick in die Ferne: Die Aussicht auf die Isarauen, die Lukaskirche und das Deutsche Museum ist spektakulär – und gibt’s ganz ohne vorherige schweißtreibende Wanderung.

Auf den Sitzsäcken im Lesesaal des Alpinen Museums kann man es sich gemütlich machen. Und in der größten Alpenbibliothek der Welt stöbern.

Die Simulationsfotos der Architekten machen Lust, sich hier mit anderen Gipfelstürmern und Naturfreunden zu treffen. Genau das soll es sein: ein Ort des Austauschs. An dem man bei Lesungen, Konzerten und Filmvorführungen gemeinsam unterhalten wird – oder wo man im Garten mit Getränken und Brotzeit aus dem Café in Liegestühlen herumlümmelt. Bergglück auf der Praterinsel.

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